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  • 17.09.2012, 13:33 Uhr
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  • Münster
Erste Initiative in NRW

Energiepotenziale im Münsterland

Die Bezirksregierung und Fachhochschule Münster stellen heute (17. September 2012) eine Studie mit Handlungsleitlinien zur CO2-Reduzierung vor.

Über welche Potenziale verfügt das Münsterland im Hinblick auf Energieeinsparung, Energieeffizienz und möglichen Ausbau der erneuerbaren Energien? Wie können sich die Kommunen strategisch ausrichten, um die Energieversorgung zukunftssicher zu machen? Regierungsvizepräsidentin Dorothee Feller, Abteilungsdirektor Gregor Lange und Prof. Dr.-Ing. Christof Wetter von der Fachhochschule Münster (FH) stellten heute (17. September) im Rahmen der Sitzung des Regionalrats Münster eine Handlungsleitlinie zur CO2-Reduzierung im Münsterland vor, die Antworten auf diese Fragen gibt.

Die im Auftrag der Bezirksregierung Münster vom Fachbereich Energie · Gebäude · Umwelt der FH Münster erarbeitete Studie stellt die Situation der Energieversorgung und die damit verbundenen CO2-Emissionen aller Münsterlandkommunen dar und zeigt die Ausbaupotenziale und Einsparmöglichkeiten.

Regierungsvizepräsidentin Feller: "Sie ist landesweit die erste und bis jetzt einzige Initiative dieser Art." Ihren Ursprung fand die Studie in einem Arbeitskreis, den die Bezirksregierung Münster zum Thema Erneuerbare Energie gegründet hat. Ebenso war ein Schwerpunktziel der Bezirksregierung diesem Thema gewidmet.

Im Rahmen der Studie wurde auf der Basis des Bilanzierungsprogramms „ECORegion“ eine „MünsterlandCommunity“ gebildet, an der alle 66 Kommunen des Münsterlandes teilnehmen. Somit ist der Grundstein für ein dauerhaftes, dynamisches und fortschrittliches Energie-Netzwerk gelegt, das eine wesentliche Voraussetzung zur Steuerung der Energiewende darstellt. 

Darüber hinaus soll die Leitlinie auch im neuen Teilabschnitt "Energie" des Regionalplans Münsterland berücksichtigt werden.
"Die Handlungsleitlinie zur CO2-Reduzierung im Münsterland zeigt für alle nachvollziehbar Zahlen, Daten und Fakten zur energetischen Situation der Region auf und stellt Lösungen vor, um eine nachhaltige, sichere und wirtschaftlich verträgliche Energieversorgung für das Münsterland aufzubauen", sagte Prof. Wetter. Er empfiehlt: „Die Regional- und Kommunalplanung muss energieeffiziente Siedlungs- und Gewerbestrukturen darstellen und zwingend bei allen kommenden Planungen berücksichtigen, integrierte Verkehrs- und Nahversorgungskonzepte planen und zukünftig Flächen zur Integration der Erneuerbare Energien sichern. Dabei müssen vor allem Wärme- und Speicherkonzepte in den Blick rücken.“

Der Ausbau von Wärmenetzen und die Nutzung beziehungsweise der Anschluss vorhandener Wärmeinseln sollte in einem münsterlandweiten Wärmekataster vorbereitet und allen Planungsebenen zur Verfügung gestellt werden 

Regierungsvizepräsidentin Dorothee Feller dankte allen Kreisen und Kommunen für die gute Zusammenarbeit und betonte: "Die Energieversorgung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe mit einem hohen Maß an Individualverantwortung der Bürger. Aus Sicht der Bezirksregierung Münster ist eine zukunftssichere Positionierung des Münsterlandes vor dem Hintergrund sich ändernder EU-, Bundes- und Landesvorgaben dringend notwendig. Es ist wichtig, dass dies auch in dem Teilabschnitt "Energie" des Regionalplans Münsterland abgebildet wird. Die Energiewende birgt eine große Chance für eine zukunftsgerechte nachhaltige Entwicklung des ländlichen Raumes; die regionale Wertschöpfung muss verstärkt in den Fokus rücken.“

Regionalplaner Gregor Lange strich die Bedeutung der Studie für den neu aufzustellenden Regionalplan, Teilabschnitt Energie heraus: „Die Studie ermöglicht uns eine zukunftsweisende Planung aus einem Guss, die notwendige Flächen für erneuerbare Energien sichert und Ziele zur CO2-Einsparung umsetzt. Wir erarbeiten den Entwurf im engen Schulterschluss mit den Kommunen.“ Der frühzeitige Dialog mit allen Kommunen bestätige, dass die Region weiter bereit sei, Ihren angemessenen Beitrag zur Energiewende zu leisten. Dabei halte das Münsterland beim Thema Windkraft bereits heute die Pole-Position in NRW. Nahezu alle Kommunen arbeiteten bereits an örtlichen Konzepten, die zum Teil langwierige artenschutzrechtliche Prüfungen mit sich brächten. Der Teilabschnitt Energie soll im Laufe des Jahres 2013 vom Regionalrat mit Erarbeitungs- und Aufstellungsbeschluss Wirklichkeit werden. In diesem Kontext werden nicht nur Fachbehörden sondern auch die breite Öffentlichkeit beteiligt. „Es ist uns wichtig, dass der Regionalplan eine breite Akzeptanz im Münsterland findet. Deshalb wollen wir die Region fordern, aber nicht überfordern“, sagte Regierungsvizepräsidentin Dorothee Feller abschließend.
Um die erforderlichen Daten zusammenzutragen, wurden alle 66 Kommunen sowie die Energienetzbetreiber befragt und weitere statistische Rahmendaten hinzugezogen. Die Bezirksregierung stellte die Daten der Bundesnetzagentur für die erneuerbaren Energien zur Verfügung.

Einige Daten aus der Studie

  • Der Endenergieverbrauch lag im Münsterland 2010 bei rund 48.420 GWh/a. Dabei entfielen 20 Prozent auf den Strombereich, 45 Prozent auf die Wärme und 35 Prozent auf die Mobilität. Der Endenergieverbrauch des Münsterlandes entspricht etwa 8 Prozent des Endenergieverbrauchs von NRW.
  • Der CO2-Ausstoß im Münsterland lag 2010 bei rund 15,5 Millionen Tonnen. Dies entspricht einem pro Kopf Ausstoß von 9,8 Tonnen CO2 pro Jahr. Damit lag das Münsterland knapp unter dem deutschen Durchschnitt von 10,0 Tonnen CO2 pro Einwohner und Jahr.
  • Einsparungsmöglichkeiten im Bereich des Endenergieverbrauchs des Münsterlandes gibt es unter der Voraussetzung der umfassenden Dämmung des Altbaubestandes und des effizienten Einsatzes der Endenergie in Höhe von 8 Prozent im Bereich Strom, 42 Prozent im Bereich Wärme und 15 Prozent im Bereich der Mobilität bzw. Kraftstoffe.

(Redaktion)


 


 

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