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  • 04.01.2013, 09:38 Uhr
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  • Münster & Münsterland
Erwerbslosenzahlen gestiegen

Arbeitsmarkt im Dezember bundesweit mit leichter Delle

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Zum Jahresende 2012 schwächelte der Arbeitsmarkt auch in NRW: Der einsetzende Winter und die flaue Konjunktur haben für einen Dämpfer gesorgt. Rund 721.600 Arbeitslose habe es im Monat Dezember gegeben, das sind gut 7.600 mehr als im November.

Das erläuterte gestern in Düsseldorf die Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich demnach von 7,8 auf 7,9 Prozent. Im Vergleich zum Dezember 2011 gab es knapp 35.000 Arbeitslose mehr.

Der NRW-Arbeitsmarkt entwickelte sich im Dezember im Gleichschritt mit dem Bund. In ganz Deutschland stieg die Arbeitslosenquote um 0,2 Punkte auf 6,7 Prozent. Ein Anstieg der Arbeitslosigkeit im Dezember sei üblich, er sei Ende 2012 aber etwas stärker als in den vergangenen Jahren ausgefallen, hieß es aus der Zentrale der Bundesagentur in Nürnberg.

In NRW sei der Arbeitsmarkt aber weiterhin stabil und robust, betonten die Arbeitsmarktexperten. Das zeige auch die hohe Zahl von sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Land. Im Oktober hätte knapp 6,2 Millionen Menschen auf den Lohn- und Gehaltslisten von Unternehmen und Verwaltungen gestanden. Das seien fast 65.000 mehr als ein Jahr zuvor.

»Der Trend der letzten Monate setzt sich fort.«

Die Zahl der Arbeitslosen ist den Angaben zufolge fast im gesamten Land im Dezember leicht gestiegen. Die niedrigste Arbeitslosenquoten meldete erneut das Münsterland: Der Kreis Coesfeld mit 3,7 Prozent und der Kreis Steinfurt mit 4,5 Prozent weisen weiterhin die niedrigsten Werte aus. Im Agentur-Bezirk Ahlen- Münster lag die Erwerbslosenquote bei 5,8 Prozent. In allen münsterländischen Bezirken wuchsen diese Werte um 0,1 Prozentpunkte. „Der Trend der letzten Monate setzt sich fort“, sagte Reinhold Strunck-Erpenstein, Vorsitzender der Geschäftsführung der Arbeitsagentur in Rheine.

Die höchste Quote gab es erneut in Dortmund, diesmal mit 12,6 Prozent. In Duisburg und Essen fiel die Quote mit 12,3 Prozent nur wenig besser aus.

Im Jahresdurchschnitt waren 2012 in Nordrhein-Westfalen gut 733.000 Menschen arbeitslos gemeldet, rund 4600 mehr als 2011. Die Arbeitslosenquote blieb mit durchschnittlich 8,1 Prozent gegenüber 2011 stabil.

Der rund drei Jahre andauernde Job-Boom ist jetzt aber wohl deutschlandweit endgültig vorbei. So rechnen die Experten für 2013 trotz einer Erholung im zweiten Halbjahr erstmals seit vier Jahren wieder mit steigender durchschnittlicher Jahresarbeitslosigkeit.

Nur über den Umfang des Anstiegs sind sich die Fachleute uneinig. Rechnet etwa das Nürnberger IAB lediglich mit einem Anstieg von 30.000 auf 2,93 Millionen Erwerbslose, gehen Bankenvolkswirte eher von einer Zunahme von knapp 100.000 auf dann 3,0 Millionen aus.

Einig sind sich die Fachleute dennoch: Von einer Krise ist der deutsche Arbeitsmarkt weit entfernt. Dafür spricht schon der für das Jahr 2013 erwartete weitere Anstieg der Beschäftigten: Das IAB etwa rechnet im neuen Jahr mit einer Zunahme um rund 200.000 auf dann 41,848 Millionen Erwerbstätige.

(Jürgen Stilling, lnw)



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Bild Nr. 1 © Bundesagentur für Arbeit / WN


 

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