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  • 29.08.2013, 15:10 Uhr
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  • Münster
Europa neu denken

Münsteranerin beim „Futurelab Europe“

Gemeinsam mit 30 jungen Europäern gehört Ninja Schmiedgen ab Oktober für zwölf Monate zu einer Denkfabrik rund um die Zukunft Europas. Organisiert wird das Projekt von Stiftungen. Schmiedgens großes Ziel: „Europa zu retten.“

Europa neu denken? „Ja klar, warum denn nicht?“ Kecker Blick, die Antwort schnell wie ein Konter. Keine Frage: Ninja Schmiedgen ist selbstbewusst. Und idealistisch. Zwei gute Vor­aussetzungen für das, was die 30-jährige Betriebswirtin ab Oktober über zwölf Monate beschäftigt.

Gemeinsam mit 30 anderen jungen Menschen aus dem Club der 28 EU-Staaten über die Zukunft des Kontinents und seiner Institutionen nachzudenken – das ist kein Spiel für Große. Und auch keine Traumtänzerei für Gutmenschen. Was sie mit ihren Mitstreitern am Ende erreichen möchte? „Na, hoffentlich Europa zu retten.“ Die junge Frau ist wirklich um keine Antwort verlegen.

Stiftungen als Initiator und Finanzgeber

„Futurlab Europe“ nennt sich die Initiative, die hinter dem Projekt steht. Getragen wird sie von Stiftungen. Auf deutscher Seite sind das die Schwergewichte, die Mercator-, Robert-Bosch- und die Körber- Stiftung . Sie haben das Projekt initiiert, sie finanzieren es – und garantieren letztlich auch mit ihrem Namen für die nötige Ernsthaftigkeit. Hunderte junge Leute aus allen EU-Staaten haben sich für die dritte Auflage der Denk-Fabrik beworben. Ausgewählt wurden am Ende drei Hand voll.

Ninja Schmiedgen, die als persönliche Referentin der münsterischen Uni-Rektorin Prof. Ursula Nelles arbeitet, bewarb sich, „weil ich mich halt für europäische Fragestellungen interessiere“. Anders als bei älteren Semestern gehört für viele ihrer Generation Eu­ropa zur unmittelbaren Lebenswirklichkeit; Schmiedgen selbst hat beispielsweise zwei Jahre in Frankreich studiert.

Bei der gebürtigen Holzwickederin kommt aber noch ei­nes hinzu: Sie ist ein politischer Mensch, durch und durch. Ein politisch aktiver Mensch. Seit dem 16. Lebensjahr SPD-Mitglied, während des Studi­ums Asta-Vorsitzende, dazu einige Zeit Mitglied im Bundesvorstand der Jusos: „Das Politische wurde mir förmlich in die Wiege gelegt.“

Jetzt also Europa – und damit das Drehen am großen Rad. Es sind vor allem die Krisen und Katastrophen mit denen die EU und ihre Länder seit geraumer Zeit von sich reden machen. Für Schmiedgen steht fest: Europa ist bedroht, „verschärft bedroht“.Die Ideale der Vergangenheit hätten sich abgenutzt – hier fehle der nächste Schritt. „Und wenn es jetzt schon eine Partei gibt, „die den solidarischen Gedanken in der EU ablehnt, wird am Ende dessen gesamtes Fundamentun­tergraben“.

Europa praktisch und positiv denken

Europa positiv denken – und vor allem praktisch, die Institutionen reformieren, Kompetenzen verteilen, nicht von links nach rechts, sondern von unten nach oben, ohne dabei gleich an so etwas wie die zweiten Vereinigten Staaten zu denken, darum geht es ihr.

Drei Mal wird sich die Gruppe in den kommenden drei Monaten treffen, natürlich in Brüssel, dem Machtzentrum der EU. Vorgaben gibt es übrigens keine, „das gefällt mir am besten“, sagt die 30-Jährige. Klar ist für sie, „dass nach dem Jahr etwas entstanden sein muss, das Bestand hat“.

Dass sich die 30 jungen Leute trotz des dauerhaften Grundgetöses, das Europa produziert, Gehör verschaffen werden, davon ist Ninja Schmiedgen überzeugt. Zur Halbzeit ist schließlich Europawahl: „Da kann es sich die Politik gar nicht erlauben, nicht hinzuhören.“

(Elmar Ries)


 


 

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