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  • 18.11.2015, 08:35 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Existenzgründungswoche

SuperBioMarkt-Chef Radau eröffnete 14. Existenzgründungswoche

Anfang der 80er Jahre, als Michael Radau die ersten Schritte als junger Unternehmer machte, war Ernährung auf ökologischer Basis das Thema einer Minderheit. Aus dieser Nische heraus expandierte der Betrieb mit der steigenden Anzahl gesundheitsbewusster Kunden zur heutigen SuperBioMarkt AG. „Sie sollten neugierig sein und die Bereitschaft mitbringen, immer etwas dazuzulernen. Die Entwicklung eines Unternehmens ist ein Prozess“, erklärte Radau am Montagabend bei der Auftaktveranstaltung der 14. Gründungswoche. „Diese Aktion gab es damals leider noch nicht. Ich vermute, sie hätte mir geholfen, das eine oder andere zu vermeiden.“

Trotz Höhen und Tiefen hat es der SuperBioMarkt-Vorstandsvorsitzende zu 23 Märkten und zirka 600 Mitarbeitern gebracht. 2015 ist ein Umsatz von mehr als 55 Millionen Euro zu erwarten.

„Wir leben in einer wachsenden Stadt, wobei Unternehmen einen maßgeblichen Anteil daran haben. Es ist ihrer Bereitschaft zu verdanken, dass sie Investitionen tätigen und Arbeitsplätze schaffen und sichern“, begrüßte der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Münster GmbH, Dr. Thomas Robbers, mehr als 100 Teilnehmer. An Existenzgründungsinteressierte gerichtet, sagte er: „Vermutlich wissen Sie, worauf Sie sich da einlassen: Stress und Sorge um den nächsten Auftrag, aber auch viel Selbstverwirklichung, Zuversicht und Zufriedenheit – und viele sympathische Menschen, die Sie ohne Ihre Gründungsplanungen gar nicht kennenlernen würden.“

Die einwöchige Gründungswoche mit zirka 40 Seminaren und Workshops will Existenzgründer auf die berufliche Selbstständigkeit einstimmen. Des Weiteren sind auch junge Unternehmen angesprochen, die ein ebenso großes Interesse an Informationen, Kontakten sowie am Austausch wertvoller Erfahrungen haben. „Wir möchten Ihnen Lust machen, über die Selbstständigkeit nachzudenken und ihr Unternehmen zu gründen“, erklärte auch Mechtild Pieper, Geschäftsbereichsleiterin Freie Berufe der Sparkasse Münsterland Ost. „Die Region lebt vom Unternehmertum und von der Innovationskraft unserer Gründer für den Wirtschaftsstandort.“

Mit Michael Radau begrüßten Robbers und Pieper einen Vorzeigeunternehmer der Stadt Münster. In seinem einstündigen Vortrag sprach er über die Kombination von Bio-Werten mit In-novationen und über die drei Säulen der Qualität: Ausgezeichnete Mitarbeiter und Produkte sowie einen guten Unternehmensauftritt.

„Hohe Innovationskraft durch Ausrichtung am Kunden“

„Hohe Innovationskraft bedingt, dass man immer wieder prüft, ob man mit seinem Angebot den Geschmack der Kunden trifft“, erklärte Radau. Er hatte Ende der 80er Jahre die Entscheidung gefällt, mit einem Konzept auf den Markt zu gehen, das es bislang noch nicht gegeben hatte. Einen Supermarkt mit Bio drin: einen SuperBioMarkt mit gängigen Produkten des täglichen Bedarfs. Der erste Laden auf der Hammer Straße war 240 Quadratmeter groß – deutlich größer als übliche Ökoläden. „Kollegen haben mich bitter verflucht.“ Doch das Konzept funktionierte und zwang zur Expansion: „Die Kunden sind nicht für einen Liter Milch durch die halbe Stadt gefahren. Also mussten wir zu Ihnen kommen.“

Die Überlegungen zur Filialisierung – mit einem Konzept, einem stringenten Erscheinungsbild und festen Prozessen –, erfolgte mit Verzögerung. „In einer Wachstumsphase darf man Fehler machen, die werden einem leichter verziehen“, so Radau, der auch von einem Bewusstseinswandel der Verbraucher profitierte. Tschernobyl, die BSE-Krise oder der Dioxin-Skandal hätten das Ernährungsverhalten in Deutschland nachhaltig verändert. „Ich habe das große Glück und die Freude, dass ich in einer Branche tätig bin, die über die Jahre kontinuierlich gewachsen ist.“ Der Umsatz von Bio-Lebensmitteln in Deutschland ist von drei Milliarden im Jahr 2002 auf mehr als acht Milliarden Euro, die 2015 erwartet werden, gestiegen.

Radau warnte: Gerade in einer Aufwärtsentwicklung müsse man extrem aufpassen, dass man die richtigen Entscheidungen fällt. „Ich bin sicher, dass jeder von Ihnen die größten Fehler machen wird, wenn er sehr erfolgreich ist. In der Euphorie sagt man: Es läuft doch alles super. Dabei schaut man aber nicht mehr aufs Detail.“ Auch das ist ein Lernprozess, so der Unternehmer: „Heute trauen wir uns zu, ein bis drei Märkte pro Jahr zu eröffnen. Mehr nicht. Wenn man eine Philosophie konsequent weiterführen und selbstbestimmt agieren will, dann müssen Sie sich Ihr Wachstum sehr gut anschauen.“

Wachstum nicht nur eine Frage des Geldes

Wachstum sei nicht nur eine Frage des Geldes, sondern auch der richtigen Mitarbeiter, „die ihre Arbeit mit einer ähnlichen Begeisterung machen wie Sie.“ Gehalt alleine sei nicht der motivierende Faktor, sondern das Vertrauen und die Anerkennung für gute Leistung. Der SuperBioMarkt habe 600 Mitarbeiter, 42 Auszubildende und sieben duale Studierende – Potenzial für die weitere Firmenentwicklung.

Neben dem Personal legt Radau großen Wert auf die Qualitätsführerschaft bei Bio-Produkten: „Das haben wir in der Unternehmensphilosophie schriftlich verankert. Es ist wichtig, in seinem Bereich herauszufinden, was die wirklich und nicht nur die vermeintlich beste Qualität ist.“ Und dann ein Tipp zum Schluss: „Fragen Sie sich auch: Was sind Ihre Werte, was wollen Sie mit Ihrem Unternehmen darstellen und wie bringen Sie das rüber?“ Die breite Palette von Angeboten auf diese Fragen stellt beim SuperBioMarkt die dritte Säule dar: Koch-Events, Ehrenamtstage, Unternehmensblogs und Kundenmagazine machen die Arbeit des Unternehmens transparent und stärken das Vertrauen.

(WFM)


 


 

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