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  • 23.11.2012, 15:48 Uhr
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  • Münster/Kreis Steinfurt
Exkursion ins Emsdettener Venn

Regierungsvizepräsidentin besucht Biologische Station in Tecklenburg

Die Vizepräsidentin der Bezirksregierung Münster, Dorothee Feller, hat gestern (22. November) die Biologische Station des Kreises Steinfurt in Tecklenburg besucht.

In der Station, die sich in der ehemaligen Sägemühle Haus Marck befindet, informierten die Mitarbeiter, Dr. Peter Schwartze und Robert Tüllinghoff, über die vielfältigen Aufgaben der Biologischen Station. Als Kooperationszentrum Naturschutz und Landwirtschaft gehören neben der Betreuung der Naturschutzgebiete des Kreises Steinfurt auch Projekte zur Förderung des naturverträglichen Tourismus zu ihren Aufgaben.

Feller zeigte sich von dem Engagement mit dem die Mitarbeiter der Biologischen Station Beobachtungsdaten über den Zustand der Natur erheben und auswerten beeindruckt. Außerdem lobte sie den Einsatz für besonders sensible Bereiche Konzepte für eine naturverträgliche Nutzung zu entwickeln.

Bei der anschließenden Exkursion im Emsdettener Venn bekamen die Besucher aus Münster einen Einblick in die hochmoortypische Vegetation.

Das Naturschutzgebiet Emsdettener Venn hat eine Größe von 337 Hektar und liegt westlich von Emsdetten. Erste Hochmoorflächen wurden bereits 1941 unter Schutz gestellt. Aufgrund seiner überregionalen Bedeutung für den Schutz von Hochmooren und deren gefährdeter Tier- und Pflanzenwelt ist das Emsdettener Venn heute Teil des europäischen Naturerbes. Zusammen mit dem benachbarten Naturschutzgebiet Wiesen am Max-Clemens-Kanal bildet es das FFH-Gebiet (Flora-Fauna-Habitat-Gebiet) "Emsdettener Venn und Wiesen am Max-Clemens-Kanal".

Das Emsdettener Venn ist eines der ältesten Naturschutzgebiete im Kreis Steinfurt. Das Zentrum des ehemals intakten, großräumigen Hochmoores bilden bis heute Moor- und Heideparzellen. Während das Moor über Jahrhunderte der Nutzung durch den Menschen unterlag, steht heute der Schutz und der Erhalt der zahlreichen gefährdeten moortypischen Pflanzen- und Tierarten im Vordergrund. Der Moor- und Heidebereich sowie das umliegende Feuchtgrünland sind Brut- und Rastgebiet zahlreicher europaweit bedrohter Vogelarten. Bekassine, Großer Brachvogel, Kiebitz, Krickente, Löffelente, Rohrweihe, Schwarzkehlchen und Zwergtaucher sind regelmäßige Brutvögel im Naturschutzgebiet. Von November bis April halten sich die streng geschützten Arten Kornweihe, Raubürger und Sumpfohreule als Gäste im Venn auf.

Die Biologische Station des Kreises Steinfurt wurde im Dezember 1996 gegründet. Hervorgegangen ist sie aus der 1992 ins Leben gerufenen Arbeitsgruppe Feuchtwiesen (AGF). Finanziert wird die Arbeit der Biologischen Station durch das Land NRW und den Kreis Steinfurt. Als Kooperationszentrum zwischen Naturschutz und Landwirtschaft wird die Biologische Station zu gleichen Teilen von den Naturschutzverbänden und der Landwirtschaft getragen. Die Arbeitsgemeinschaft für Naturschutz Tecklenburger Land e.V. (ANTL), der Naturschutzbund Deutschland - Kreisverband Steinfurt e.V. (NABU), der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband e.V. (WLV), die Landwirtschaftskammer Westfalen-Lippe (LWK) und der Kreis Steinfurt sind Mitglieder des Trägervereins.

Die Biologische Station Kreis Steinfurt ist für die Betreuung von derzeit 78 Naturschutzgebieten (rund 10.000 Hektar) im Bereich der Feuchtwiesen, Moore und Gewässerauen zuständig.

Die Bezirksregierung Münster hat die Biologische Station in diesem Jahr mit 306.711 Euro gefördert.

Weitere Informationen finden Sie unter www.biologische-station-steinfurt.de

(Redaktion)


 


 

Dr. Peter Schwartze
Robert Tüllinghoff
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Kreis Steinfurt
Emsdetten
Schutz
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