Weitere Artikel
  • 10.06.2014, 10:31 Uhr
  • |
  • Münster / Münsterland
Expansion im Ausland

Landestypisches Know-how öffnet Türen

„Der Weg ins Ausland ist für Unternehmen weniger gefährlich, als er sich darstellt“, meint Michael Hoppenberg von der Sozietät Wolter Hoppenberg. „Mit Management-Know-how und Präsenz aus Deutschland ist das Auslandsengagement ein Erfolgsmodell.“

Bei der Fast Forward Veranstaltung der Wirtschaftsförderung Münster GmbH (WFM) gaben Hoppenberg, Pyramis-Chef Christian Schwarz, Weicon-Geschäftsführer Ralph Weidling und der Geschäftsführer von Weicon Rumänien, Alexandru Vlaicu, ihr Wissen zu Wachstumschancen und Fallstricken in Osteuropa weiter.

„Stand vor Jahren noch das Kostenthema ganz weit oben, so sind heute neue Absatzmärkte und Kundennähe die Top-Kriterien für eine Expansion“, verdeutlichte WFM-Geschäftsführer Dr. Thomas Robbers, dass der Schritt ins Ausland auch kleinen und mittleren Unternehmen ein enormes Geschäftspotential bietet.

„Es ist wichtig, das Wachstum der Auslandsmärkte mitzunehmen, weil wir in Deutschland über kurz oder lang die Grenzen erreichen“, motivierte Hoppenberg. Dabei seien inhabergeführte Unternehmen gegenüber großen Konzernen im Vorteil: „Sie sind reaktionsschneller und investieren mutiger.“

Planung eines Standortes im Ausland

Ob Repräsentanz, Niederlassung, Tochtergesellschaft oder Produktionsstätte: Wenn es um die konkrete Planung eines Standortes geht, dann sollte die Entscheidung gut überlegt sein: „Bevorzugen Sie einen Standort, wo Sie die wesentlichen Infrastrukturen vorfinden und Beziehungen knüpfen können“, empfahl Schwarz, der bereits bei umfangreichen Auslandsengagements in Osteuropa und in Frankreich tätig war. „Es macht Sinn, jemanden im Team zu haben, der sich auf landestypische Art und Weise konkret um die Kommunaladministration kümmern kann. Zudem ist der regelmäßige Besuch des Geschäftsführers bei der Behördenleitung üblich.“ Denn Kommunalkontakte seien in osteuropäischen Ländern erheblich wichtiger als beispielsweise in Deutschland.

„Ohne Kenntnisse der Sprache und Kultur machen Auslandsengagements keinen Sinn“, berichtete auch Weicon-Chef Weidling mit Blick auf seine ausländischen Dependencen, zum Beispiel in Dubai, Kanada, in der Türkei und in Südafrika. Die Anpassung an die Verhältnisse am Standort fördere Nähe, Vertrauen und öffne Türen, erklärte Hoppenberg.

Kenntnis der Landessprache ist eine von mehreren Kernkompetenzen

Für Schwarz ist die Kenntnis der Landessprache auch eine von mehreren Kernkompetenzen, die ein künftiger Standortleiter mit sich bringen muss. Des Weiteren sei es enorm wichtig, dass der Verantwortliche das Unternehmen, dessen Produkte und die Marktsituation kennt. „Ideal ist, wenn Sie als Unternehmer genau wissen, wo Sie investieren wollen. Dann können Sie einen Mitarbeiter gezielt auswählen und ausbilden.“

Trotz zuverlässiger Mitarbeiter, guter Standortkenntnisse und Beziehungen im Ausland gilt laut Schwarz auch zu beachten: „Bei der Projektorganisation müssen Sie immer wieder in die Kontrolle investieren und davon ausgehen, dass Sie mehr zahlen als vielleicht bei einem Projekt in Deutschland, um den Überblick und die Transparenz zu behalten.“ Diesbezüglich hält es Vlaicu für wichtig, dass Weicons Tochtergesellschaft durch die IT- Infrastruktur hundertprozentig mit Münster verknüpft ist. So habe man auch in der deutschen Zentrale den Einblick in das Warenwirtschafts- und Buchhaltungssystem in Rumänien.

(WFM)


 


 

Ausland
Deutschland
Marktsituation

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Ausland" - jetzt Suche starten:

Entdecken Sie business-on.de: