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  • 08.10.2013, 09:51 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Expo Real 2013

Münster präsentiert sich in München

In welchen Abständen finden die Skulptur-Projekte statt? Bei vielen Münsteranern ruft diese Frage allenfalls ein müdes Lächeln hervor, auf der Messe Expo Real hingegen heftiges Rätselraten. Die Expo-Models Jana Amberg und Cécilia Valentini haben die Aufgabe, mit einem Gewinnspiel Unternehmer, Architekten, Handelsvertreter und Investoren an den Stand zu holen.

Während die Gespräche ansonsten um handfeste Themen wie Kaufkraft, Preisniveau, Erreichbarkeit und Infrastruktur rotieren, soll der erste Aufschlag über ein weiches, gleichwohl Münster-typisches Thema erfolgen – die Kunst.

Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe und Münsters Wirtschaftsförderer Dr. Thomas Robbers lassen im fernen München etwas durchblicken, was in nicht allzu großer Ferne die politische Debatte in Münster beherrschen dürfte. Münster benötigt neue Wohngebiete und neue Gewerbegebiete. Nachdem jahrelang im Rathaus Schlagworte wie „Nachverdichtung“, „Innenentwicklung vor Außenentwicklung“ oder „Stoppt den Flächenfraß!“ dominierten, geht es jetzt in eine andere Richtung.

Lewe ist tief besorgt über die davongaloppierenden Mieten und Immobilienpreise, Robbers verkündet: „In einigen Stadtteilen gibt es gravierende Engpässe bei den Gewerbeflächen.“ Auch die Planung eines neuen, großen Gewerbegebietes müsse in Angriff genommen werden. Letzteres dürfe keine zehn Jahre in Anspruch nehmen, ergänzt er in Anspielung auf die jahrelange Debatte über das Industriegebiet in Amelsbüren.

Preisniveau bei Gewerbeimmobilien im grünen Bereich

In einem anderen Punkt gibt Robbers Entwarnung. Das dramatisch steigende Mietpreisniveau im Wohnungsbereich finde keine Fortsetzung bei Büroflächen. Auch bei Gewerbeimmobilien sei noch alles im grünen Bereich.

Während die Preise für Gewerbeflächen in hohem Maß über die Wirtschaftsförderung reguliert werden, weil sie die größte Anbieterin ist, zeigt bei Wohnimmobilien die Kurve nur noch nach oben. Lewe geht davon aus, dass die Stadt diesen Trend nicht allein durch kleinere Maßnahmen wird stoppen können. Deshalb will er die Debatte über neue Wohngebiete anstoßen. Dies auch, da die Bevölkerungszahl weiter nach oben gehe. Als Handelsmetropole ist Münster ohnehin auf Wachstumskurs, so das Fazit des am Montag in München vorgestellten Handelsimmobilienreports. 1,6 Milliarden Euro „handelsrelevante Kaufkraft“, überdies ein Einzugsgebiet mit rund 1,5 Millionen Menschen – für Robbers steht Münster weiterhin auf der „Gewinnerseite“.

Bleibt noch eine Frage offen: In welchem Abstand findet die Skulptur-Ausstellung statt? Die Antwort: alle zehn Jahre.

(Klaus Baumeister)


 


 

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