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  • 24.07.2014, 16:38 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Fachkräfte-Nachwuchs

Kreative Konzepte zur Fachkräftesicherung gefragt

Heute eine Stellenanzeige schalten und morgen unter mehreren Bewerbern auswählen? Diese Zeiten sind in einigen Branchen vorbei. Gerade kleine und mittlere Unternehmen haben es zunehmend schwer, Nachwuchskräfte und Fachpersonal zu rekrutieren.

Neue Ansätze zur Fachkräftesicherung in der Region diskutierten Joachim Fahnemann, Leiter der Agentur für Arbeit Ahlen-Münster, und Landtagsabgeordnete Astrid Birkhahn (CDU).

„Arbeitgeber werden in Zukunft deutlich im Wettbewerb um gut ausgebildete Fachkräfte stehen. In einigen Branchen und Berufsfeldern ist diese Entwicklung bereits spürbar“, berichtet Fahnemann im Fachdialog, zu dem er die Politikerin eingeladen hatte. „Unternehmen, die innovative Konzepte zur Bewerbergewinnung umsetzen, sind hier klar im Vorteil“, so seine Einschätzung. Dabei gelte es, bei der Suche nach Bewerbern für Ausbildungs- und Arbeitsstellen auch solche Kandidaten einzubeziehen, die Personalentscheider bislang nicht unbedingt im Blick haben.

Als Beispiel nennt Fahnemann Studierende, die ihr Studium nicht beenden möchten und Alternativen suchen. „Sie bringen bereits Lebenserfahrung mit, haben sich bewusst für die Ausbildung entschieden, wissen daher, was sie wollen, und sind außerdem meist hoch motiviert“, erläutert Fahnemann. „Studienabbrecher können für Arbeitgeber bei der Besetzung ihrer Ausbildungsstellen interessante Bewerber sein“, stimmt Astrid Birkhahn zu.

Gemeinschaftsprjekt „Und Morgen Meister“

Die Agentur für Arbeit Ahlen-Münster führt deshalb gemeinsam mit der Industrie- und Handelskammer Nord-Westfalen und der Handwerkskammer Münster das Projekt „Und Morgen Meister“ durch. Hier werden Studienabbrecher gezielt beraten, in Betriebspraktika vermittelt und bei der Suche nach passenden Ausbildungsstellen unterstützt. „Das Interesse der Arbeitgeber an diesen Bewerbern wächst kontinuierlich. Seit dem Start des Projekts konnten bereits knapp 100 Projektteilnehmer eine Ausbildung beginnen“, berichtet Fahnemann.

Astrid Birkhahn zeigt sich daneben sehr interessiert, wie sich die Integration von Menschen mit Behinderungen in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt entwickelt. Als Mitglied des Landtages hat die Politikerin die Aufgabe der Beisitzerin im Fraktionsvorstand für den Bereich Soziales übernommen und kümmert sich dabei auch um das Thema Inklusion. „Die Zahl der schwerbehinderten Menschen, die im Kreis Warendorf arbeitslos sind, ist seit geraumer Zeit konstant“, beschreibt Joachim Fahnemann. „Das ist eine Situation, mit der man so nicht zufrieden sein kann“.

Kooperation mit dem LWL

Um mehr Schwerbehinderten eine Chance zu eröffnen, kooperiere die Agentur für Arbeit beispielsweise noch stärker mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe. „Betriebe, die sich entschlossen haben, Kandidaten mit Handicap einzustellen, berichten mir häufig, dass die Hürden vor allem in den eigenen Köpfen im Unternehmen liegen. Hier muss ein Umdenken einsetzen, denn wir brauchen in Zukunft Jeden am Arbeitsmarkt“, betonte Astrid Birkhahn. „Damit das gelingt, können Unternehmen, die schwerbehinderte Menschen einstellen möchten, von uns umfassende Beratung und Unterstützung erhalten“, so Fahnemann.

„Für mich ist wichtig, regelmäßig von den Experten vor Ort eine Einschätzung und Informationen zum Arbeits- und Ausbildungsmarkt zu erhalten“, sagt Birkhahn und ergänzt: „Ein regelmäßiger Austausch mit der Agentur für Arbeit ist daher ein wichtiges Element für eine gute Zusammenarbeit von Politik und den Akteuren am Arbeitsmarkt.“ Beide einigten sich darauf, die Fachgespräche zum Arbeitsmarkt fortzusetzen.

(Arbeitsagentur Ahlen-Münster)


 


 

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