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  • 02.08.2013, 12:24 Uhr
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  • Münster
Fahrradlager Stubengasse

Schwache Auslastung und Kooperation mit Radstation am Bahnhof

Der bisher schwachen Auslastung des Fahrradlagers an der Stubengasse will der Betreiber durch zusätzlich angebotene Dienstleistungen entgegenwirken. Hierzu soll es eine Kooperation mit der Radstation am Bahnhof geben.

Nein, eine Erfolgsgeschichte ist das Radlager bislang nicht. Da will Klaus Kötterheinrich von der städtischen Betreiberfirma WBI auch nichts schönreden.

„Im Juli 2013 hatten wir 1200 Parkvorgänge“, erklärte er am Donnerstag bei einem Pressegespräche in der zentral gelegenen Fahrrad-Abstellanlage auf der Stubengasse im Herzen der City. Umgerechnet auf 31 Tage im Monat bedeutet dies, dass knapp 39 Fahrräder am Tag den Weg zu der kostenpflichtigen, überdachten Einrichtung fanden.

Das macht eine Auslastung von knapp elf Prozent. Stellt man in Rechnung, dass es übliche Praxis in Parkhäusern und Fahr­rad-Abstell­anlagen ist, eine Stellfläche mehrmals am Tag zu belegen, so ist die Erfolglosigkeit noch offensichtlicher.

Aus diesem Grund geht Kötterheinrich jetzt auch eine Kooperation mit Georg Hundt von der Radstation am Hauptbahnhof ein. Hundt wird nicht den Parkbetrieb übernehmen, aber in dem Radlager einige Dienstleistungen anbieten.

Das Radlager wurde vor zwei Jahren in dem Gebäude des alten Westfalen-Parkhauses untergebracht und dient als überdachte Abstellungsmöglichkeit in zentraler Lager. Die Gebühr beträgt zehn Cent die Stunde, maximal 50 Cent am Tag und 70 Euro im Jahr bei Dauerkunden.

Eine gewisse Problematik sieht Kötterheinrich darin, dass es bei 360 Plätzen absolut unwirtschaftlich sei, im Radlager eigenes Personal vorzuhalten. Zugleich wirke die Einrichtung ohne Personal wenig belebt. Überdies hätten Kunden zuweilen Probleme mit dem automatischen Einlass. Im Notfall kann das in der Tiefgarage Stubengasse tätige WBI-Personal zum Radlager rüberkommen. Mit den neuen Dienstleistungen der Radstation ist gewährleistet, dass Personal vor Ort ist, freut sich WBI-Chef Kötterheinrich.

Gleichwohl gestand er beim Blick auf die Stubengasse, wo Hunderte Fahrräder abgestellt sind: „Der Weg hierhin scheint einfach zu weit zu sein.“

Leihräder und Werkstatt

Zu Radstation am Hauptbahnhof gehören zwei weitere Dienstleistungsabgebote. Zum einen befindet sich dort eine Fahrradreparaturwerkstatt, zum anderen ein Fahrradverleih.Mit beiden Dienstleistungen zieht Georg Hundt, Betreiber der Radstation, jetzt auch in das WBI-Radlager auf der Stubengasse ein. Konkret bedeutet dies: In dem Radlager wurden 20 der 360 Stellplätze abgebaut, um eine Reparaturwerkstatt einzurichten. Diese ist montags bis freitags von 9 bis 20 Uhr geöffnet und kann für kurzfristige Reparaturen genutzt werden. Als Zielgruppe hat Hundt nicht zuletzt die Berufspendler im Blick, die morgens mit dem Rad in die City kommen.

Darüber hinaus stehen im dem Radlager 25 Leihräder. Die Werkstatt ist zugleich Verleihbüro. Hundt hält auch in dieser Hinsicht den Standort für gut gewählt, weil zum Beispiel die Gäste des Treff-Hotels auf der Stubengasse regelmäßig zu seinen Kunden bei den Leihrädern gehören.

Angesichts des sehr großen Raumangebotes im Radlager kann bei Bedarf das Kontingent an Leihrädern auch aufgestockt werden.

Wie Georg Hundt am Donnerstag bei einem Pressegespräch erklärte, wollen WBI-Chef Klaus Kötterheinrich und er die Zusammenarbeit zunächst einmal bis Oktober testen. Sollte das Konzept aufgehen, möchte die Radstation in kommenden Jahren jeweils in den Monaten April bis Oktober – sprich während der Radfahrer-Saison – auf der Stubengasse präsent sein.

Die WBI selbst, so Kötterheinrich, möchte nicht in das Geschäft mit Leihrädern einsteigen.

(Klaus Baumeister)


 


 

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