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  • 08.10.2013, 09:09 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Finanzbetrug im großen Stil

Mit gefälschten Darlehens-Anträgen Millionen erschlichen

Die Einkommens- und Vermögensnachweise der Käufer waren ebenso falsch wie die Angaben über den Wert der jeweiligen Wohnung: Mit gefälschten Darlehensanträgen soll eine Gruppe von Angeklagten aus ganz Westfalen Immobilienfinanzierungen in großem Stil erschlichen haben.

Der Schaden bei einer Frankfurter Online-Bank beläuft sich auf 1.154 Millionen Euro. Seit Montag sitzen vor dem Landgericht Münster 13 Männer auf der Anklagebank, einer hat sich offenbar in die Türkei abgesetzt.

„Als die Polizei mit dessen Bruder sprach, erklärte der nur: Er hat hier ein bisschen viel Unfug getrieben“, berichtete der Richter. Man möge nicht damit rechnen, dass sein Bruder in absehbarer Zeit vor Gericht erscheine.

Der Prozess hat insofern Münsterland-Bezug, als zwei der Hauptangeklagten in Gronau eine Vermittlungsfirma für Baufinanzierung betrieben, die nach Strafanzeige der Bank 2007 von den Ermittlungsbehörden durchsucht worden war. Wie einer der beiden, ein 43-jähriger Wahl-Rekener, einräumte, sei die Masche immer die gleiche gewesen.

Man habe Kunden „eine bessere Bonität verschafft“ und ihre monatlichen Belastung gedrückt, indem man den Darlehensanträgen gefälschte Vermögens- und Gehaltsnachweise beifügte. Auch der Kaufpreis für die Wohnobjekte – laut Staatsanwalt Schrott-Wohnungen – sei völlig überhöht gewesen. Allein die Bank schickte nie Sachverständige vorbei. War das Darlehen erst einmal bewilligt, teilten laut Anklage Käufer, Verkäufer und Vermittler das Geld unter sich auf. Der Großteil der Angeklagten erklärte sich am Montag geständig.

(Redaktion)


 


 

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