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  • 27.05.2013, 09:10 Uhr
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  • Münster & Münsterland
Finanzinstitute

Volksbank Münster will mit der Vereinigten Volksbank Telgte fusionieren

Eine Absichtserklärung ist noch nicht unterzeichnet worden, trotzdem prüfen die Volksbank Münster und die Vereinigte Volksbank eG mit Hauptsitz in Telgte eine mögliche Fusion. Die Aufsichtsräte sind einverstanden.

Die Aufsichtsräte haben nach intensiven Vorgesprächen und internen Sitzungen ihr Einverständnis gegeben, bis September einen möglichen Zusammenschluss abzuklopfen. Eine Absichtserklärung sei allerdings nicht unterzeichnet worden, bestätigt Bernd Münstermann, seit 2010 Aufsichtsratsvorsitzender der Volksbank Münster. „Es gibt bislang nichts Schriftliches.“ Die Vertreter beider Bankhäuser werden vermutlich in diesem Jahr dazu aufgerufen, das entscheidende Votum über einen Verschmelzungsvertrag abzugeben.

Das fusionierte Geldinstitut würde mit einer Bilanzsumme von zwei Milliarden Euro die zweitgrößte Volksbank im Münsterland sein und deutschlandweit zu den Top 75 zählen. Es hätte ein betreutes Kundengeschäftsvolumen von 4,2 Milliarden Euro, 116.000 Kunden, 57.000 Mitglieder und 440 Mitarbeiter in 30 Filialen.

Daran soll sich laut Norbert Beek, Vorstandsmitglied der Volksbank Münster, nichts ändern. Vielmehr biete die Fusion für die Mitarbeiter, die in dieser Woche informiert worden sind, neue Chancen und langfristig sichere Arbeitsplätze. „Es ist nicht der Sinn der Fusion, Stellen abzubauen“, betont Beek. Es gehe vielmehr um eine stabile Kreditversorgung, ein ausgeweitetes Produktangebot und eine verbesserte Beratungskompetenz durch weitere Spezialisten, so Beek weiter.

Die Vorstände aus Münster und Telgte beginnen im Juni mit ihren Workshops, um den möglichen Zusammenschluss zu konkretisieren und eine Struktur für ein Geldinstitut unter einem Dach zu erarbeiten. Beek betont, dass nicht eine Bank die andere schlucke: „Es wäre vielmehr eine Fusion auf Augenhöhe, um aus der Position der Stärke heraus, die Weichen neu zu stellen.“

Gleichwohl muss es formaljuristisch eine übernehmende Volksbank geben – Münster hat eine Bilanzsumme von 1,2 Milliarden Euro, die Vereinigte Volksbank von 800 Millionen Euro. „Für beide Häuser ist es eine große Chance, sich breiter aufzustellen“, sagt Aufsichtsratschef Münstermann.

Hauptsitz und Name der neuen Bank noch offen

Der Name der verschmolzenen Volksbank ist heute ebenso offen wie ihr Hauptsitz, wobei Münster kaum außen vor bleiben dürfte. Klar ist bereits, dass das neue Geldinstitut von vier Vorständen gelenkt würde.

Der bisherige Vorstandssprecher der Volksbank Münster, Rolf Domikowsky, geht Ende des Jahres in Pension. Norbert Beek und Thomas Jakoby würden mit ihren beiden Vorstandskollegen aus Telgte die Geschäfte führen. Wer davon Sprecher werden könnte, muss ebenso geklärt werden, wie der Aufsichtsratsvorsitz. „Bevor wir kein klares Konzept vorgelegt bekommen, in dem alle Knackpunkte geklärt sind, werden wir nicht nicken“, sagt Münstermann.

Die Volksbank Münster hatte zuletzt 2009 mit der Volksbank Sprakel fusioniert und ein Jahr später zum ersten Mal die Bilanzsumme von einer Milliarde Euro überschritten. 2002 hatte es den Zusammenschluss mit der Volksbank Albersloh gegeben. Dadurch kamen Filialen in Angelmodde, Wolbeck und Everswinkel dazu.

Zwei ähnlich große Volksbanken

Die Volksbank Münster hat ein Kundengeschäftsvolumen von 2,7 Milliarden Euro, das 270 Mitarbeiter in 20 Filialen betreuen. Sie hat eine Bilanzsumme von 1,2 Milliarden Euro – die Vereinigte Volksbank eine von 800 Millionen Euro. 168 Angestellte arbeiten im Geschäftsgebiet zwischen Kattenvenne/Ostbevern, Freckenhorst und Drensteinfurt/Rinkerode. Der Hauptsitz in Telgte ist 2010 gebaut worden.

(Ralf Repöhler)


 


 

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