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  • 04.06.2013, 09:38 Uhr
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  • Münster & Münsterland
Finanzmärkte

Anlegertrend weg vom Gold hin zu Aktien

Der Goldpreis kannte 12 Jahre lang nur eine einzige Richtung: Er stieg und stieg. Doch seit Oktober 2012 ist alles anders. Inzwischen setzen die Anleger vermehrt auf den Aktienmarkt, um den weltweiten Zinstief zu entkommen.

Eine Unze Feingold kostet derzeit lediglich noch rund 1.070 € , nach einem Schlusskurs von fast 1.400 €  am 4. Oktober des vergangenen Jahres.

Für die Anleger ist dieser Preisverfall ein ungewohntes Szenario . Denn es gibt ja immer noch die Euro-Krise. Doch die haben die Sparer offenbar aus ihrem Bewusstsein verdrängt: Das zeigen die hohen Aktienkurse, aber auch der niedrige Goldpreis. „Es fehlt zurzeit die Angst als Nährboden für die Geldanlage in Gold“, betonte Frank Neidig, Portfolio-Manager beim Bankhaus Lampe in Düsseldorf.

Statt in den sicheren Hafen des Goldes zu fliehen, flüchten die Anleger vor dem weltweiten Zinstief an den Aktienmarkt. „Die Aktienmärkte graben dem Gold momentan die Investoren ab“, weiß der Rohstoffexperte Neidig. Das Ende der Talfahrt an den Edelmetall-Märkten sieht der Lampebank-Manager noch nicht gekommen. „Wir empfehlen zurzeit noch nicht, wieder in Gold zu investieren“.

Die Position des Bundesverbandes deutscher Banken ist nicht ganz so rigoros: „Als Beimischung gehört Gold weiterhin zu einem breit gestreuten Vermögen“, rät der Verband. Wer das Edelmetall als langfristige „Versicherung“ für unvorhergesehene Finanzkrisen begreife, solle sich auch nicht durch das Auf und Ab des Goldpreises verunsichern lassen, teilte der Verband der Privatbanken mit. Auch Neidig rät von Goldkäufen nicht zwingend ab: „Antizyklisch könnten kleine Edelmetall-Positionen zugekauft werden.“

Für den Goldkauf gibt der Bankenverband hilfreiche Tipps:

  • Mehrwertsteuerfrei kann nur sogenanntes Anlagegold erworben werden. Hierzu gehören handelsübliche Goldbarren und Goldmünzen, die nach dem Jahr 1800 geprägt wurden sowie gesetzliche Zahlungsmittel sind oder waren.
  • Eine Goldmünze oder ein Goldbarren zu einer Unze Feingold ist günstiger als zehn Münzen bzw. Barren zu je einer Zehntel Unze Gold. Wer preiswert Gold kaufen möchte, sollte als ogrößere Stückelungen bevorzugen.
  • Veräußerungsgewinne sind bei Goldbarren und -münzen grundsätzlich steuerfrei – aber nur dann, wenn zwischen Erwerb und Verkauf mehr als zwölf Monate liegen.

(Jürgen Stilling)


 


 

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