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  • 16.07.2014, 10:59 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Firmenbilanz

Westfalen AG beklagt niedrige Spritpreise

Reiner Ropohl, Vertriebsvorstand beim münsterischen Tankstellen- und Gase-Unternehmen Westfalen-Gruppe, ist unzufrieden: „Durchschnittlich jeden Tag einmal haben wir 2013 an unseren Tankstellen die Preise erhöht – doch ein marktwirtschaftlich notwendiger Preis war nie dauerhaft zu halten.“

Grund für diese Entwicklung ist wohl auch die neu ins Leben gerufene Markttransparenzstelle des Bundeskartellamts, die einen schnellen Preisvergleich im Internet möglich macht. „Dadurch wird die Verunsicherung der Verbraucher nur noch größer“, beklagte Ropohl am Dienstag bei der Bilanzvorlage der Westfalen-Gruppe in Münster. Insgesamt habe das Preisniveau an den Tankstellen 2013 leicht unter dem Vorjahresniveau gelegen, so der Westfalen-Vorstand. Den Kraftstoffabsatz hätte das münsterische Unternehmen jedoch um 3,5 Prozent – „und damit deutlich stärker als der Markt“ – steigern können.

Insgesamt hat die Westfalen-Gruppe ihren Gewinn im vergangenen Jahr kräftig gesteigert: Das Vorsteuerergebnis sei um fast 21 Prozent auf 26,8 Millionen €  gewachsen, berichtete der Vorstandsvorsitzende Wolfgang Fritsch-Albert. Vor allem in den Bereichen Tankstellen und Energieversorgung wurde das operative Ergebnis deutlich verbessert. Schwächer sei der Gewinn in der Gase-Sparte ausgefallen, sagte Fritsch-Albert. Dafür gab es vor allem zwei Gründe: Erstens hätten globale Versorgungsengpässe bei Flüssighelium zu teils exorbitanten Steigerungen der Einkaufspreise geführt. Zweitens habe ein Patentstreit mit der Linde Gas Therapeutics GmbH um medizinische Gase das Ergebnis getrübt. Im September hat Westfalen dann vor dem Europäischen Patentamt Recht bekommen. „Jetzt prüfen wird Schadenersatzforderungen“, betonte der Vorstandschef.

Beim Ausblick auf das laufende Jahr 2014 zeigte sich Fritsch-Albert zurückhaltend: „Insgesamt erwarten wir Ergebnisse, die leicht unter denen von 2013 liegen.“ Einen höheren Gewinn erwartet der Westfalen-Chef in der Gase-Sparte. Wegen der milden Winters 2013/14 werden im Bereich Energieversorgung sinkende Erträge erwartet. Wegen unsicherer Kraftstoff-Margen wagte Fritsch-Albert keine Gewinnprogose für das Tankstellen-Geschäft.

(Jürgen Stilling, WN)


 


 

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