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  • 03.11.2015, 13:27 Uhr
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  • Kreis Steinfurt
Flüchtlinge

Kreishandwerkerschaft startet Pilot-Projekt zur Qualifizierung von Flüchtlingen

Es ist eine einmalige Chance, die manch einem Projekt-Teilnehmer wie ein echtes Wunder vorkommen mag. Die Rede ist von einem Pilot-Projekt des Kreises Steinfurt zur Qualifizierung von Flüchtlingen. 16 junge Männer, viele von ihnen aus Eritrea, nehmen daran teil. Nun ist die Praxisphase unter dem Dach der Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf (KH) gestartet. Zum ersten Praxistag begrüßte KH-Hauptgeschäftsführer Frank Tischner die jungen Männer in den Ausbildungswerkstätten der Kreishandwerkerschaft in Rheine.

Zur Vorbereitung auf die Maßnahme haben die Teilnehmer einen Intensiv-Sprachkursus absolviert. Nun lernen sie weiterhin an drei Tagen die Woche in einer Flüchtlingsklasse der Technischen Schulen Steinfurt intensiv Deutsch. Parallel besuchen die jungen Männer, die allesamt eine gute Prognose auf einen positiven Asylbescheid haben, jeden Donnerstag und Freitag die Ausbildungswerkstätten der Kreishandwerkerschaft. In einem ersten Schritt lernen sie dort unter Anleitung der Ausbildungsmeister Claus Westermann und Herbert Löchte Berufe aus dem Bau- und Holzbereich kennen. Geplant sind weitere Unterweisungen im Bereich Sanitär, Heizung, Klima sowie in Metallberufen.

„Unser Auftrag ist es herauszufinden, in welche Tätigkeiten welcher Teilnehmer vermittelt werden kann“, beschreibt Thomas Laukemper, KH-Bereichsleiter Bildung im Kreis Steinfurt, das Projekt. Ob sie eine Ausbildung aufnehmen oder als ungelernte Kräfte eine Beschäftigung finden, wird sich zeigen. „Ziel ist es, die Menschen in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu bringen“, so Thomas Laukemper. Dabei hat die Kreishandwerkerschaft sowohl Tätigkeiten im Handwerk als auch in der Industrie oder in sozialen Berufen im Auge, erläutert Jens Bökenfeld, zuständiger Mitarbeiter der KH im Bereich Berufsorientierung.

Das Pilot-Projekt wird wissenschaftlich begleitet. Ein Master-Student der Fachhochschule Münster forscht zur Frage, welche Einstiegskompetenzen die jungen Flüchtlinge mitbringen und inwieweit diese weiterentwickelt werden können, um sie fit für den deutschen Arbeitsmarkt zu machen. Thomas Dues, Leiter der Technischen Schulen Steinfurt, hat die Projekt-Teilnehmer von Anfang an begleitet. Er meint: „Für mich ist es die entscheidende Frage, ob es uns gelingt, junge Erwachsene mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen in zehn Monaten so weit zu bilden, dass sie eine Ausbildung oder ein Praktikum absolvieren. Wir müssen nun genau schauen, was sie benötigen, damit sie das schaffen können.“

Quelle: Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf

(Redaktion)


 


 

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