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  • 22.01.2013, 11:17 Uhr
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  • Münster & Münsterland
Flüchtlingsunterkünfte

Wohnheime in den Neubaugebieten Roxel-Nord und Wolbeck-Nord

Keine Entspannung: Die Zahl der neu zugewiesenen Flüchtlinge hat sich verdoppelt. Übergangseinrichtungen sind dringend erforderlich, so die Stadt Münster.

Mit 426 Personen hat sich die Zahl der neu zugewiesenen Flüchtlinge im Jahr 2012 im Vergleich zum Vorjahr (221 Personen) fast verdoppelt. Diese Zahlen zeigen, wie wichtig die anstehende Entscheidung über den Bau von zwei Übergangseinrichtungen für jeweils etwa 50 Menschen ist. Wie berichtet, haben sich Vertretungen aus Politik, Integrationsrat und Stadtverwaltung einhellig dafür ausgesprochen, die dringend benötigten Wohnheime in den Neubaugebieten Roxel-Nord und Wolbeck-Nord zu errichten. Zurzeit wird die Beschlussvorlage in Ausschüssen und den Bezirksvertretungen beraten, am 6. Februar wird der Rat abschließend entscheiden.

Selbst wenn sich die Situation in den Erstaufnahme-Einrichtungen des Landes zum Jahresende entspannt hat: Für Städte wie Münster ist es bereits schwierig, die Menschen unterzubringen, die ihnen bis Ende 2012 zugewiesen worden sind. "Die Übergangseinrichtungen für Familien sind zu hundert Prozent ausgelastet. Sie sind damit praktisch überbelegt. Denn in der Regel bedeutet eine Auslastung von 85 Prozent Vollbelegung, weil Aspekte wie Familienzusammengehörigkeit und -größe und ethnische Herkunft zu berücksichtigen sind", erläutert Stadtrat Thomas Paal.

Die Grundsatzentscheidung, wo in Münster kleine Wohnheime für jeweils bis zu 50 Personen gebaut werden, hat der Rat im Jahr 2001 einstimmig getroffen. Er legte damals zwölf Standorte fest, von denen bislang bedarfsgerecht vier realisiert worden sind. Für neue Übergangswohnheime hat er unter anderem die Maximalgröße von 50 Plätzen und eine sozial verträgliche Lage im Stadtgebiet vorgegeben. Außerdem sollen sich neue Einrichtungen baulich der Umgebung anpassen. Bewährt hat sich an den realisierten Standorten zudem das ehrenamtliche Engagement von Bürgerinnen und Bürgern, die den neuen Nachbarn bei der Integration behilflich sind.

Wenn der Rat wie vorgeschlagen den Bau der zwei Wohnheime in Wolbeck und Roxel beschließt, können voraussichtlich im Sommer die Bauarbeiten beginnen. Ein Jahr später sollen die Häuser bezugsfertig sein. Bis es soweit ist, sind Fantasie und Improvisation für Übergangslösungen gefragt. Stadtrat Paal: "Wir haben erste kleinere Ausweichquartiere angemietet und einige Flüchtlinge in Hotels untergebracht. Zurzeit läuft die Prüfung, ob es kirchliche Immobilien gibt, die für eine vorübergehende Nutzung zur Verfügung gestellt werden können. Auch Container-Wohnungen werden als befristete Übergangslösungen geprüft."

(Redaktion)


 


 

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