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  • 12.03.2013, 09:14 Uhr
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  • Münsterland
FMO-Geschäftslage

Subvention aus Brüssel kein Thema - Finanzspritze für FMO zunächst als Kredit

Die EU-Kommission prüft aktuell noch, ob die für den Flughafen Münster/Osnabrück verabschiedete Kapitalerhöhung eine versteckte Beihilfe ist. Aus diesem Grund soll das Geld zunächst als Darlehen gewährt werden.

Das geht aus einer Vorlage des Kreises Steinfurt für den nächsten Kreisausschuss am 19. März hervor. Diesen Weg hatte die EU-Kommission selbst als Übergangslösung vorgeschlagen.

Ende vergangenen Jahres hatten die FMO-Gesellschafter beschlossen, die Eigenkapitalquote des Flughafens um 26,6 Millionen Euro zu erhöhen. Wie in so einem Verfahren üblich, wurde die EU-Kommission eingeschaltet. Offenbar scheint die Behörde in Brüssel der Argumentation der Flughafengesellschaft zu folgen, wonach es sich bei der Kapitalerhöhung nicht um eine illegale Subvention handelt. Danach sei laut Vorlage sichergestellt, dass die Gesellschafter „auf lange Sicht mit ihrer Kapitalanlage eine angemessene Rendite erwarten und es sich nicht um eine Beihilfe im Sinne der entsprechenden EU-Leitlinie handelt“. Die EU-Kommission antwortete auf diesbezügliche Fragen unserer Zeitung nicht.

Die Prüfung des Vorgangs soll noch „einige Wochen/ Monate“ dauern. Erst nach deren Abschluss darf die Eigenkapitalquote des FMO erhöht werden. Bis dahin erhält der Flughafen das Geld als Kredit, „den er für diesen Zeitraum mit einem marktüblichen Zinssatz von 1,99 Prozent den Gesellschaftern verzinsen“ muss.

Derweil folgte Flughafen-Geschäftsführer Prof. Gerd Stöwer gestern der Einladung ins Grevener Rathaus, um vor dem Haupt- und Finanzausschuss über die aktuelle Geschäftsentwicklung zu sprechen. Spätestens im Sommer 2014 wolle man die Passagierzahlen wieder deutlich erhöhen. Gelingen soll dies auch dank der Kooperation mit Ryanair, die sich „von Anfang an“ positiv auf das Geschäftsergebnis auswirken werde.

Die just besiegelten zwei Strecken seien nur der Anfang, sagte Stöwer. „Seien sie gespannt: Da wird einiges kommen.“ Auf der ITB in Berlin habe man gute Gespräche geführt. Ziel sei es, zunächst die verloren gegangenen Ziele mit hoher strategischer Bedeutung wieder an den FMO zu holen. „Wien ist unheimlich wichtig, Rom ist unheimlich wichtig.“ Zudem habe man „weitere Metropolen und interessante Städte“ im Blick.

Dem FMO fehle es derzeit an Verbindungen nach Nord- und Osteuropa. Just diese habe Ryanair im Portfolio. Ryanair biete auch die Chance, den Incoming-Anteil (Reisende mit Ziel Münsterland) zu steigern. Laut Stöwer denkbare „Zulieferer“-Flughäfen: Mailand, Krakau oder Kopenhagen.

(Elmar Ries, Oliver Hengst)


 


 

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