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  • 07.11.2013, 09:45 Uhr
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  • Münsterland
FMO-Studie

Rückenstärkung für den Flughafen Münster/Osnabrück

Trotz seiner aktuellen Verluste ist der Flughafen Münster/Osnabrück nach einem neuen Gutachten volkswirtschaftlich ausgesprochen lukrativ. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie über die volkswirtschaftlichen Bedeutung des Flughafens für die Region.

Für jede Million Euro Defizit, die am FMO gemacht wird, steigere der Airport die Wirtschaftsleistung der Region um 27,5 Millionen Euro, erklärte Professor Richard Klophaus von der Fachhochschule Worms und vom Zentrum für Recht und Wirtschaft des Luftverkehrs am Dienstag in Greven. Das ist das Ergebnis seiner Untersuchung für das Jahr 2012. Zudem überstiegen die Steuern, die durch den Flughafen eingenommen wurden, die Zuschüsse der öffentlichen Haushalte um das Sechsfache. 2012 mussten die Kommunen aus der Flughafenregion 6,2 Millionen Euro in den Flughafen schießen.

In Auftrag gegeben haben das Papier neben dem FMO die Industrie- und Handelskammern Nord Westfalen und Osnabrück-Emsland- Grafschaft-Bentheim sowie die Handwerkskammern Münster und Osnabrück- Emsland-Grafschaft-Bentheim. „Wir wollen‘s genau wissen“, begründete Flughafenchef Gerd Stöwer den Auftrag für das Gutachten. Darum sei der „ausgewiesene Experte mit internationaler Erfahrung“ mit der Untersuchung beauftragt worden.

Studie liefert wichtige Argumente für den FMO

Seine Ergebnisse sind in Stöwers Augen eine wichtige Argumentationsbasis in schwierigen Zeiten. „Vielleicht war es ein Fehler, in wirtschaftlich guten Jahren die volkswirtschaftliche Bedeutung des Flughafens vernachlässigt zu haben“, sagte er. Gerade in dieser schwierigen Phase sei es wichtig, die volkswirtschaftlichen Effekte zu zeigen.

Darin unterstützt ihn auch Karl-Friedrich Schulte-Uebbing, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Nord Westfalen. „Der FMO ist mehr wert als die Summe seiner Passagiere“, sagt er. „Wir müssen versuchen, dass sich die Politik eindeutig und klar zu diesem Flughafen bekennt.“ Gerade vor dem Hintergrund der neuen Zahlen „wird es Zeit, dass wir uns positionieren“. Gründe liefert das Gutachten genug:

  • 3.450 Arbeitsplätze waren nach Klophaus‘ Recherchen im Jahr 2012 direkt oder indirekt mit dem Flughafen verbunden. Für Stöwer ist das eine angenehme Überraschung: Das seien 450 mehr als bei einer vergleichbaren Studie vor fünf Jahren.
  • Die Jobs steigern die Wirtschaftsleistung der Region um 170,2 Millionen Euro.
  • Trotz der seit 2008 um 35 Prozent geringeren Verkehrszahlen ist die Zahl der Arbeitsplätze direkt auf dem Flughafengelände im gleichen Zeitraum nur um 20 Prozent auf 1.289 in 62 Betrieben gesunken.
  • 39,8 Millionen Euro Steuern sind durch den Airport erzeugt worden. Davon bekommt der Bund 20,2 die Länder 14,2 und die Kommunen – allerdings auch außerhalb des FMO-Einzugsgebiets – 5,4 Millionen.

Klophaus‘ Fazit: Die öffentlichen Haushalte haben durch den FMO ein Plus gemacht. So gestärkt, wies Stöwer Kritiker darauf hin, „dass wir schon unheimlich viel erreicht haben. Die TUI biete im nächsten Jahr 30 Prozent mehr Flüge vom FMO an, die Zahl der Flieger in die Türkei würde um 70 Prozent steigen. „Glauben Sie uns bitte, dass wir doch keine Strecken liegen lassen“, sagte er über das Bemühen, neue Ziele zu bieten. Allerdings müsse der FMO auch Airlines überzeugen, bestimmte Ziele anzufliegen: „Und dafür brauchen wir 20.000 bis 30.000 Fluggäste.“

(Stefan Werding)


 


 

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