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  • 16.12.2013, 09:10 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Förderprogramm „MobiPro EU“

Junge Arbeitslose aus der EU kommen nach Deutschland

Hohe Jugendarbeitslosigkeit in der EU auf einen Seite, unbesetzte Ausbildungsstellen in Deutschland auf der anderen – damit diese beiden Puzzleteile zueinanderfinden, gibt es seit Januar 2013 das Förderprogramm „MobiPro EU“.

Die Maßnahme des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, um junge Arbeitslose aus EU-Mitgliedsstaaten nach Deutschland zu holen, wird im Münsterland noch kaum genutzt , im Westen Niedersachsens aber schon.

„Die Unternehmen denken darüber nach, die wenigsten sehen es jedoch im Augenblick als realistische Option“, Lehrlinge aus dem Ausland zu beschäftigen, sagt Carsten Taudt, Bildungsexperte bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen in Münster.

Einen fremdsprachigen Auszubildenden zu integrieren, sei eine weitaus größere Herausforderung, als einen jungen Deutschen anzustellen. „Das müssen Arbeitgeber nicht nur wollen, sondern auch können.“

Trotz mehrerer Hundert unbesetzter Lehrstellen in diesem Jahr gebe es hierzulande zudem noch ausreichend ausbildungswillige Jugendliche, als dass man ins Ausland schauen müsse, so Taudt. Vielmehr wolle die IHK die Fachkräfteproblematik lösen, indem sie Abiturienten in Zukunft für Ausbildungsberufe statt für ein Studium gewinnt.

„Ems-Achse“ wirbt um ausländische Azubis

Ganz anders in der „Ems-Achse“, einer regionalen Kooperation aus 400 Unternehmen, Kommunen, Kammern, Bildungseinrichtungen und Verbänden zwischen der Nordseeküste und dem Münsterland. Sie wirbt bereits seit Anfang 2012 um angehende Auszubildende im Ausland. Insgesamt 49 junge Erwachsene aus Spanien hat der Verein seitdem in Firmen der Region vermittelt.

„Am Anfang haben wir versucht, das selbst zu finanzieren“, erzählt der Berater des Pilotprojektes, Jens Stagnet. Das Förderprogramm „MobiPro EU“, das Kosten für Sprachkurse, An- und Heimreisen und den Umzug übernimmt, kam da wie gerufen. „Ob wir uns in andere Länder ausdehnen beziehungsweise wie das Projekt nach der dreijährigen Laufzeit weitergeht, werden wir nach dem dritten Durchgang überprüfen.“

Vielleicht sind bis dahin ausländische Auszubildende auch im Münsterland ein Thema. Das Papenburger Pilotprojekt könnte gute Hinweise liefern.

(Anne Koslowski, WN)


 


 

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