Weitere Artikel
  • 14.11.2014, 13:25 Uhr
  • |
  • Münster / Münsterland
„Fokus Immobilien“

Komfort ist in nachhaltigen Bürogebäuden das Maß aller Dinge

Nachhaltigkeit beim Bau von Bürogebäuden scheint das Gebot der Stunde. Doch was gerne als imageträchtige Worthülse gebraucht wird, erwächst in der Praxis zur echten Herausforderung, meinen die Experten. Auf Einladung der Wirtschaftsförderung Münster GmbH sprach Thomas Wilken vom Institut für Gebäude- und Solartechnik der TU Braunschweig über die Optimierung einer nachhaltigen Immobilie. Andreas Kampmann von der LVM Versicherung schilderte seine Erfahrung aus Bauherren- und Nutzersicht.

Die WFM-Veranstaltung „Fokus Immobilien“ fand im neuen LVM-Büroturm „Kristall“ am Kolde-Ring statt. Und das nicht umsonst: „Das Gebäude besticht durch eine ganz besondere Qualität: von der Bauausfertigung und von den verwendeten Materialien. Darüber hinaus ist es eine städtebauliche Dominante“, betonte WFM-Geschäftsführer Dr. Thomas Robbers. Bereits während der Bauphase hatte das Projekt für den Leitgedanken der Nachhaltigkeit von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) die Vorzertifizierung in Gold erhalten.

Beim nachhaltigen Bauen kommen ökonomische, ökologische, soziokulturelle und funktionale Kriterien zum Tragen. Das bedeutet, dass in die Bewertung der Gesamtperformance einer Büroimmobilie Faktoren wie zum Beispiel Technik, Prozesse, Standortqualität und Lebenszykluskosten einfließen. „Zu innovativen Konzepten gehören Bauherren, die das Risiko nicht scheuen und sagen: Ich probiere etwas aus. Ich will neue Maßstäbe setzen. Dafür ist die LVM-Versicherung ein sehr gutes Beispiel“, meinte der Referent Wilken.

Nachhaltigkeit konsequent umgesetzt

„Das Thema Nachhaltigkeit haben wir mit einer Konsequenz umgesetzt, die ihresgleichen sucht“, erklärte Dr. Mathias Kleuker, Vorstandsmitglied der LVM Versicherung, die in Münster nach eigenen Angaben 3250 Mitarbeiter beschäftigt. Der „Kristall“ besticht durch seine ökologische Bauweise, die sich vor allem in dem auf Geothermie basierenden Energiekonzept zeigt. Für die Mitarbeiter wurde zudem ein intern entwickeltes Bürokonzept realisiert. Die Räume seien flexibel und bedarfsgerecht nutzbar, erklärte Kampmann, Leiter des Bereichs infrastrukturelles und kaufmännisches Facility Management, und lud nach den Vorträgen zu einer Führung ein.

Nach Wilkens Meinung müsse sich ein nachhaltiges Gebäude unter anderem durch eine hohe Ressourceneffizienz in den Bereichen Energie, Wasser und Material auszeichnen, während gleichzeitig schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit und die Umwelt zu reduzieren sind. „Zentraler Aspekt, den es von einem Architekten, Bauingenieur oder Gebäudetechniker zu erfüllen gilt, sollte der Komfort sein. Wenn sich die Mitarbeiter nicht wohlfühlen, nützt es nichts, wenn Sie zum Beispiel wenig Kilowattstunden verbrauchen oder eine hervorragende Tageslichtqualität haben. Ohne gute Akustik, thermische Behaglichkeit oder den visuellen Komfort bekommen Sie kein nachhaltiges Gebäude hin. „Sie bauen für den Nutzer, und nicht nur, um bestimmte Verordnungen einzuhalten.“ Dennoch sei es unerlässlich, bei der Planung und im Betrieb bauphysikalische, gebäudetechnische und energetische Kriterien hinsichtlich der Qualität und Wirtschaftlichkeit zu berücksichtigen.

(WFM)


 


 

LVM Versicherung
Gebäude
Kriterien
Gebäudetechniker
Komfort
Material

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Immobilien" - jetzt Suche starten:

Entdecken Sie business-on.de: