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  • 17.10.2013, 11:15 Uhr
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  • Münsterland
Folgen des Konjunkturhochs

Dem Handwerk fehlen die Gründer

Hermann Eiling, Geschäftsführer der HWK Münster, spricht von „historisch guten Zahlen“. 88 Prozent der Betriebe im Münsterland und der benachbarten Emscher-Lippe-Region schätzen ihre konjunkturelle Lage derzeit als „gut oder befriedigend“ ein. Das ist das Ergebnis einer Umfrage unter 400 Betrieben aus sieben Branchen, die am Mittwoch in Münster vorgestellt worden ist.

Ähnlich gute Zahlen hatte die Kammer zuletzt im Jahr 1990 gemessen. Damals hatte der Wiedervereinigungsboom die Konjunktur angetrieben. Bei aller Freude über das Stimmungshoch drückt die Branche allerdings auch der Schuh. „Wegen der guten Beschäftigungssituation machen sich derzeit weniger Handwerker selbstständig“, räumt Hermann Eiling ein. Soll heißen: Fachkräfte sind knapp, junge Handwerksmeister finden derzeit problemlos eine gut dotierte Anstellung und müssen nicht den Schritt in die Selbstständigkeit wagen. In der Folge sinkt die Zahl der Existenzgründer. Eiling: „Das ist keine erfreuliche Entwicklung.“ Auch wenn die Kammer feststellt, dass diejenigen, die sich selbstständig machen wollen, diesen Schritt aktuell mit mehr Entschlusskraft angehen als in den vergangenen Jahren.

Baugewerbe treibt die Konjunktur an

Als Konjunkturantreiber erweist sich erneut das Bau- und Ausbaugewerbe, das vom privaten Wohnungsbau profitiert. „Vielen Verbrauchern fällt die Entscheidung leicht, in Häuser und Wohnungen zu investieren“, sagt Kammerpräsident Hans Rath mit Blick auf die Niedrigzinsen für Sparguthaben.

Auch im Nahrungsmittelhandwerk ist Ruhe eingekehrt, nachdem Bäcker und Fleischer lange Zeit über Konkurrenz durch Billigketten und industriell gefertigte Massenware geklagt haben. „Die Entwicklung der Billigbäcker ist am Ende angekommen“, ist sich Rath sicher. Gleiches gelte im Fleischer-Handwerk, das zunehmend auf regionale Produkte setze. Trübe ist die Stimmung im Kfz-Gewerbe. Nur fünf Prozent der Betriebe beurteilen ihre Lage als gut, vor einem Jahr waren es noch 39 Prozent. Ursache sei der Preisdruck , hieß es.

(Andreas Fier)


 


 

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