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  • 24.09.2015, 10:36 Uhr
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  • Münsterland / Kreis Steinfurt
Frackingfreie Gemeinde

Greven beteiligt sich an bundesweiter Aktion

Die Stadt Greven beteiligt sich an der bundesweiten Aktion "Frackingfreie Gemeinde". Das hat der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt des Rates der Stadt Greven in seiner Sitzung am 03. September 2015 beschlossen. Er ist damit einem Bürgerantrag gefolgt.

Die bundesweite Aktion wurde von den Umweltverbänden Nabu (Naturschutzbund Deutschland), DNR (Deutscher Naturschutzring), BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) und PowerShift für eine ökologisch-solidarische Energie- und Weltwirtschaft e.V. initiiert.

Nicht nur bei den Umweltverbänden, sondern auch in Landkreisen, Städten und Gemeinden wächst der Widerstand gegen Fracking . In den Stadt- und Gemeinderäten wird über die Risiken und Gefahren diskutiert und es wurden verschiedene Resolutionen verabschiedet.

Als Fracking bezeichnet man eine Technologie zur Gewinnung von Erdgas aus sogenannten unkonventionellen Lagerstätten. Das sind Erdgaslagerstätten in Schieferformationen, Kohleflözen und Sandsteinlagerstätten mit sehr geringer Durchlässigkeit, bei denen für die Gewinnung von Erdgas zusätzliche Wege geschaffen werden müssen. Dazu wird über Tiefbohrungen das Gestein der Lagerstätte mit hohem Wasserdruck aufgebrochen ("gefrackt").

Insbesondere wegen dieser Technologie, dem sogenannten "Fracking" ist die Gewinnung von Erdgas aus unkonventionellen Lagerstätten umstritten. Die potenziellen Risiken sind insbesondere wegen des Chemikalieneinsatzes und der Entsorgung des anfallenden Abwassers derzeit nicht abschätzbar. Die Fracking-Fluide bestehen aus einer Vielzahl teilweise hochtoxischer Substanzen, die nicht vollständig zurückgewonnen werden können.

"Diese Förderung von Erdgas aus unkonventionellen Lagerstätten widerspricht auch dem Klimaschutzziel der Stadt Greven. Wir wollen die Energiewende zu unterstützen. Das bedeutet, fossile Energieträger durch erneuerbare Energien zu ersetzen", bekräftigt Bürgermeister Peter Vennemeyer.

Bereits 2014 hat sich der Rat der Stadt Greven wegen der bisher nicht abschätzbaren Umweltrisiken gegen die Anwendung der Fracking-Technologie zur Erkundung und zur Gewinnung unkonventioneller Erdgasvorkommen prinzipiell und insbesondere auf den Stadtgebiet von Greven ausgesprochen.

"Als eine mit dem European Energy Award Gold ausgezeichnete engagierte Klimaschutzkommune ist uns die Förderung der erneuerbaren Energien besonders wichtig. Wir verfolgen das Ziel, bis zum Jahr 2030 zwanzig Prozent CO2 einzusparen", so Bürgermeister Vennemeyer.

Durch die Unterstützung der bundesweiten Aktion "Frackingfreie Gemeinde" positioniert sich die Stadt Greven gegen die mit zahlreichen Risiken für Umwelt und Gesundheit verbundene Technologie zur Gewinnung von Erdgas aus unkonventionellen Lagerstätten. Diese politische Willenserklärung soll Impulsgeber für eine Diskussion in der Bevölkerung sein und den politischen Entscheidungsträgern von Bund, Ländern und Europäischer Union lokale und regionale Widerstände aufzeigen.

(Stadt Greven)


 


 

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