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  • 17.01.2013, 08:59 Uhr
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  • Münster & Münsterland
Fusion in der LBS-Gruppe

LBS auf dem Weg zum „größten deutschen Immobilienmakler“

Zu einer der größten Herausforderungen für die Bausparkassen entwickelt sich die fortdauernde Niedrigzinsphase. Die Erhöhung der Produktivität und eine Überarbeitung der Tarifwerke sind Konsequenzen.

Bei der LBS West befördert diese Situation zusätzlich den Anpassungsprozess. Das Unternehmen, so verdeutlichte am Mittwoch vor der Presse der Vorstandsvorsitzende Dr. Gerhard Schlangen, setzt gleich an mehreren Stellen an, um die Rentabilität abzusichern.

Zentrale Bedeutung hat die bundesweite Vereinheitlichung der Bauspar-Software unter dem Dach der Sparkassen-Informatik. Aktuell gibt es zwar schon ein gemeinsames Rechenzentrum mit mehreren Standorten. Doch betreut werden dort für die insgesamt zehn Landesbausparkassen drei verschiedene Systeme.

Einsparpotenzial in „zweistelliger Millionenhöhe“

Wie Schlangen erläuterte, wird unter Federführung der Münsteraner die in der LBS West entwickelte Software (LBS-Neu) jetzt weiter ausgerollt. Bis zum Jahr 2016 soll es so weit sein, dass sich auch das letzte Schwester-Unternehmen anschließen kann. Dies wird – so Stand heute – voraussichtlich die mit einer eigenen Software ausgestattete LBS Bayern in München sein. Laut Schlangen birgt das IT-Projekt für die Landesbausparkassen ein Einsparpotenzial in „zweistelliger Millionenhöhe“. Die volle Integration in die Sparkassen-Systeme erleichtert die Beratertätigkeit. Und sie macht – das sehen Experten – am Ende jede denkbare Fusion im Lager der deutschen Landesbausparkassen möglich. Der Vorstandsvorsitzende der LBS West kann sich Verschmelzungen durchaus vorstellen – „entscheiden müssen aber die Eigentümer. Und die sind zurzeit unterschiedlicher Auffassung“.

Einheitlich ist die Meinung zur Verschmelzung der LBS West mit der LBS Bremen. Die Münsteraner halten heute schon knapp 75 Prozent an der dortigen AG. Die restlichen Anteile sollen in diesem Jahr von der Sparkasse Bremen gekauft werden. Auch hier sieht man Synergien.

LBS will Marktführer bei Immobilien werden

Auf dem Immobilienmarkt will sich die LBS an die deutsche Spitze setzen. Die entsprechende Tochter der LBS West (LBS Immobilien GmbH, rund 11.000 vermittelte Objekte) und die LBS Immobilien GmbH Berlin-Hannover der LBS Nord werden zusammengeführt. Die deutlich kleinere Tochter in Hannover soll vom Know-how der Münsteraner profitieren. Durch die Fusion entsteht nach Angaben der LBS der „größte deutsche Immobilienmakler“. Sitz des Unternehmens wird Münster sein.

Im April werden die Bilanzzahlen 2012 der LBS West vorgestellt. Erste Eckdaten nannte Schlangen schon am Mittwoch. So liegt das Brutto-Neugeschäft mit 8,8 Mrd. €  etwas unter dem Vorjahreswert. Die Bauspareinlagen stiegen auf 9,6 Mrd. € . Sprunghaft angestiegen ist auch das Riestergeschäft. Wohn-Riester habe sich bundesweit zum wichtigsten Riester-Produkt gemausert.

Die Landesbausparkasse Bremen AG

Mit einem Anteil von knapp 75 Prozent ist die LBS West seit dem Jahr 2001 an der in Bremen und Bremerhaven tief verwurzelten LBS Bremen AG beteiligt. Über eine Komplettübernahme wurde schon länger nachgedacht. In diesem Jahr soll sie erfolgen. In einer Absichtserklärung haben die Eigentümer Ende 2012 vereinbart, dass sie eine Verschmelzung anstreben. Die Fusion soll rückwirkend zum 1. Januar 2013 umgesetzt werden. Da es sich bei der LBS Bremen um eine Aktiengesellschaft handelt, ist nach Darstellung des LBS-Vorsitzenden Dr. Gerhard Schlangen unter anderem auch eine Änderung des nordrheinwestfälschen LBS-Gesetzes erforderlich.

Die LBS Bremen ist mit einem Marktanteil von über 45 Prozent im Land Bremen Marktführer im Bauspargeschäft. Das Unternehmen wurde 1929 gegründet. Miteigentümer ist die Sparkasse Bremen AG. Die LBS Bremen beschäftigt rund 60 Mitarbeiter. Insgesamt betreute sie Ende 2011 rund 83.400 Bausparkunden mit über 107.000 Verträgen und einer Gesamtbausparsumme von fast 2,5 Mrd. € . Bilanzsumme: rund 514 Mio. € .

(Wolfgang Kleideiter)


 


 

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