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  • 04.11.2014, 08:37 Uhr
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  • Münsterland / Gronau
Gebote bis Jahresende

Bund zieht rote Linie bei Urenco-Verkauf

Eine Nachricht, drei Lesarten: Die Bundesregierung habe beim geplanten Verkauf der deutsch-niederländisch-britischen Atomfirma Urenco, an der auch die Energie-Konzerne RWE und Eon beteiligt sind, eine rote Linie gezogen, schreibt die Nachrichtenagentur dpa.

Die An­ti-Atomkraft-Initiativen in der Region schlagen hinge­gen Alarm und sprechen davon, dass die Bundesregierung „hinter den Kulissen“ daran arbeitet, für den „womöglich brisantesten Wirtschaftsdeal in der Geschichte der Bundesrepublik einen Rechtsrahmen zu schaffen“. Und Chris Breuer, Urenco-Sprecher in Gronau, spricht den vielsagenden Satz: „Eigentlich gibt es nichts Neues.“

Die Eigentümer der Urenco-Gruppe planen seit geraumer Zeit den Verkauf des Unternehmens. Immer wieder tauchten in den vergangenen Monaten Namen po­tenzieller Interessenten auf.

Brisanter Deal mit Veto-Recht

Die Nuklearfirma reichert Uran so weit an, dass es in Brennelementen von Atomkraftwerken verwendet werden kann. Urenco hat nach eigenen Angaben einen weltweiten Marktanteil von mehr als 30 Prozent. Experten gehen davon aus, dass allein in Gronau in wenigen Wochen genug angereichertes Uran für den Bau einer Atomwaffe entstehen könnte. Der Deal ist also brisant.

Darum besitzen die Bundesregierung sowie die Regierungen in den Niederlanden und Großbritannien ein Veto-Recht bei einem Verkauf des Unternehmens ins Ausland. Das soll vor unsicheren Kantonisten schützen.

Geheimdienste eingeschaltet

Laut Medienberichten hat die Bundesregierung nun die Geheimdienste eingeschaltet, die „möglicherweise vorliegende Erkenntnisse über potenzielle Anteilserwerber“ weitergeben sollen, so Wirtschafts-Staatssekretär Rainer Baake (Grüne). Die Bundesregierung, so Baake weiter, werde ei­nem Verkauf nur zustimmen, „wenn ein angemessener Rechtsrahmen“ geschaffen sei, der die nukleare Nichtverbreitung sicherstelle.

Das dürfte Potentaten und fragwürdige Milliardäre, die auch immer wieder als Interessenten gehandelt werden, im Zweifel wenig schrecken. Sicher ist: Großbritannien und die Niederlande wollen ebenfalls verkaufen, schließlich könnte der Erlös bis zu zehn Milliarden Euro betragen. Bis Jahresende sollen potenzielle Investoren ihre An­gebote vorlegen..

(Elmar Ries, WN)


 


 

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