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  • 09.08.2013, 11:39 Uhr
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  • Münster & Münsterland
Gedächtnistraining

Merk-würdige Bilder gegen die "digitale Demenz"

Oliver Geisselhart zählt zu Deutschlands besten Gedächtnistrainern und wurde von der „Best of Best Erfolgsakademie“ zum „Gedächtnistrainer des Jahres 2013“ gewählt. In Münster ließ er auch schon mal die Peitsche sprechen, um den grauen Zellen seiner Seminarteilnehmer auf die Sprünge zu helfen.

Oliver Geisselhart ist ein sympathischer und friedfertiger Zeitgenosse. Aber wenn der Gedächtnistrainer den grauen Zellen auf die Sprünge helfen will, greift er schon mal zur Peitsche und verzieht sein Gesicht zu einer dramatisch anmutenden Fratze. Deutschlands Superhirn ruft Bilder hervor. Und jedes Bild ist eine Information. So wie das vom sich hart geisselnden Mann. Dieses eine Bild reicht, um sich den Namen zu merken – Oliver Geisselhart. Denn Menschen können sich an Bilder eher erinnern als an Namen.

Oliver Geisselhart ist Diplom-Betriebswirt, Coach, Dozent, Gedächtnistrainer und Bestsellerautor. Der 45-jährige Dortmunder schreibt Bücher, produziert Lernprogramme auf CD und DVD, hält auf Einladung von Unternehmen Vorträge, referiert auf Kongressen und gibt Seminare. So wie jetzt bei einem großen Versicherungsunternehmen. Thema: „Namen und Gesichter“.

Aus Informationen werden merk-würdige Bilder

Informationen in Bilder zu übersetzen – darauf fußt die Geisselhart-Technik. „Dies ist die Sprache unseres Unterbewusstseins ist. Wir denken von Geburt an in Bildern. Dies wird uns aber durch Schule, Erziehung und Umfeld abtrainiert. Aus diesem Grund haben Erwachsene normalerweise gegen Kinder im Vorschulalter beim Memory spielen keine Chance.“ Und: „Je bescheuerter die Assoziationen und die Bilder sind, um so besser bleiben sie haften – desto ,merk-würdiger‘ sind sie.“

Schüler werden es gerne hören, denn mit dieser Technik soll Vokabeln pauken, das verspricht zumindest Geisselhart, kein Problem mehr sein. Und so geht‘s: „Nehmen wir einfach mal die englische Vokabel für Schaf – „sheep“. Aus dem Wort mache ich mir ein Bild: Ich schiebe ein Schaf. So habe ich das Bild der Übersetzung mit dem Bild der Vokabel verknüpft. Mein Gehirn kann so jederzeit darauf zurückgreifen. So kann man ganz entspannt 100 bis 200 Vokabeln pro Stunde lernen.“ Schüler schaffen, so Geisselhart, durchschnittlich 50 Vokabeln pro Stunde, Erwachsene noch 20 bis 30 – „wenn es gut läuft“.

Das ZDF bezeichnete Oliver Geisselhart als Deutschlands Gedächtnistrainer Nr. 1. Auch Prominente – deren Namen er allerdings nicht nennen will – bedienen sich seiner Dienste. Einmal hat sich ein Fernsehkoch bei dem 45-Jährigen gemeldet: „Der hat seine Gäste immer mit falschem Namen angesprochen. Das war ihm natürlich peinlich.“ Dem Mann konnte geholfen werden. Wie auch dem Politiker, der seine 30-minütige Rede frei halten wollte. „Ich habe mir die Rede zuschicken lassen und dann in Bilder übersetzt. Anschließend habe ich mich mit ihm getroffen. Nach zwei Stunden saß die Rede.“

Digitaler Demenz vorbeugen

Technische Erfindungen verleiten dazu, seine grauen Zellen immer weniger anzustrengen. Im Internet sind fast alle Informationen jederzeit abrufbar. Die Telefonnummern sind im Handy abgespeichert. Und das Navi im Auto erspart dem Fahrer das lästige Kartenstudium. Oliver Geisselhart nennt das „digitale Demenz“: „Unsere digitalen Helferlein sorgen dafür, dass wir unser Gehirn nicht mehr trainieren. Wer sein Gehirn aber fit halten will, sollte lieber eine Telefonnummer auswendig werden oder ohne Navi fahren.“

(Jürgen Grimmelt)


 


 

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