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  • 05.06.2013, 10:17 Uhr
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  • Münsterland
Gefährlicher Vandalismus

Fotovoltaik-Park durch Kabeldiebe lahmgelegt?

Zum ersten Mal seit der Inbetriebnahme in 2008 ist es am Fotovoltaik-Park in Appelhülsen zu einem Vandalismus-Vorfall gekommen. Der erfolglose Versuch, Kupferkabel aus der Erde zu reißen, verursachte nicht nur einen Schaden von 4.000 Euro, sondern war auch lebensgefährlich für die Täter.

Fast fünf Jahre nach der Einweihung im Oktober 2008 ist es nun passiert: Am Fotovoltaik-Park der Gemeinde Nottuln in Appelhülsen hat es den ersten großen Fall von Vandalismus gegeben. Für mehrere Stunden war der Park völlig vom Netz getrennt.

Nach Angaben der Polizei haben unbekannte Täter am Montagmorgen (3. Juni) zwischen 1.05 und 7.45 Uhr die Tür zum Wechselrichterhaus des Fotovoltaik-Parks aufgebrochen und die Anlage außer Betrieb gesetzt. „Die Unbekannten haben offenbar die Not-Aus-Schalter an den beiden Wechselrichterschränken betätigt“, erläuterte Harald Gerding von den Gemeindewerken.

Gerding ist für die technische Betriebsführung des Fotovoltaik-Parks zuständig und ärgerte sich gestern sehr über den Vorfall, denn die Täter beließen es nicht bei der Abschaltung. Sie brachen auch sechs der insgesamt 15 kleineren Schaltschränke (Verteiler) auf, die über das ganze Gelände verteilt sind. Diese kleineren Verteilerschränke nehmen die Stromkabel der einzelnen Solarmodule auf und leiten den Strom dann gebündelt weiter an die Wechselrichter. An vier Verteilerschränken haben die Täter die Kupferkabel mit einem dafür geeigneten Werkzeug durchtrennt. An einer Stelle hätten die Unbekannten dann versucht, die Kabel aus dem Erdreich zu ziehen, was ihnen aber nicht geglückt sei, schilderte Gerding.

Erfolglose Kabeldiebe?

Polizei und Gemeindewerke vermuten, dass Kabeldiebe am Werk waren, die auf leichte Beute gehofft hatten – vergeblich.

Die Täter, die ein Loch in den Zaun geschnitten und sich so Zutritt verschafft hatten, gingen das Risiko eines Stromschlags ein. „Auch wenn der Fotovoltaik-Park nachts keinen Strom produziert, so gibt es dennoch stromführende Leitungen“, warnt Harald Gerding eindringlich vor einem unbefugten Betreten des Geländes, des Wechselrichtergebäudes sowie der rückseitigen Trafostation, wo der Strom auf 10.000 Volt gespannt wird.

Durch die entstandenen Schäden konnte der Fotovoltaik-Park gestern nur mit 70 Prozent Leistung wieder ans Netz gehen. Für heute (Dienstag) erwarten die Gemeindewerke einen Solarteur, der die Schäden fachmännisch reparieren wird.

Die Höhe des angerichteten Sachschadens wird auf rund 4.000 Euro geschätzt, den die Gemeinde aber wohl nicht selbst bezahlen muss. Denn für den Fotovoltaik-Park hat die Gemeinde eine geeignete Schadensversicherung abgeschlossen.

Die Polizei hofft bei ihren Ermittlungen auf Hinweise aus der Bevölkerung. Wer am Montag (3. Juni) im Zeitraum von 1.05 Uhr bis 7.45 Uhr verdächtige Personen oder Fahrzeuge am Fotovoltaik-Park bemerkt hat, wird gebeten, sich bei der Polizei Coesfeld zu melden: Telefon  0 2541.1 40.

(Ludger Warnke)


 


 

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