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  • 30.08.2013, 09:37 Uhr
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  • Münster & Münsterland
Gefahren im Straßenverkehr

Viele Unfälle beim Rechtsabbiegen durch fehlenden Schulterblick

Der fehlende Schulterblick beim Rechtsabbiegen führt in Münster zu vielen Unfällen. Meist werden Radfahrer beim Abbiegen übersehen. Viele Unfälle gibt es an Bült und Voßgasse. Am Donnerstag warnten Polizeibeamte mit einer Kontrollaktion am Stadttheater - und wurden Augenzeugen eines Beinahe-Unfalls.

Der Stadtplan entlang des Straßenzugs Bült/Voßgasse ist gesprenkelt mit 36 bunten Punkten, darunter auch fünf ganz dicke. „Das sind Unfälle mit schwer Verletzten“, erklärt Christoph Becker, Verkehrssicherheitsberater im Polizeipräsidium. Bei all diesen Unfällen im Laufe der vergangenen drei Jahre waren Fehler beim Abbiegen die Ursache.

Am Donnerstagmorgen steht Becker mit mehreren Kollegen vor dem Stadttheater. Die Polizisten müssen keine zwei Minuten warten, da entkommt schon der erste Radfahrer mit Glück einem Unfall. Ein Autofahrer will nach rechts in die Neubrückenstraße abbiegen, übersieht den Radler der bergab bei grüner Ampel auf dem Bült zügig geradeaus fährt.

Ein Fall für Polizeikommissar Carsten Eßling mit seinem Dienstfahrrad. Er springt auf den Sattel und stellt den Fahrer ein paar Meter entfernt auf der Neubrückenstraße. Fehler beim Abbiegen mit Verkehrsgefährdung – das kostet 70 Euro plus Gebühren, plus einen Punkt in Flensburg.

Innerhalb der Woche vom 19. bis 25 August registrierte die Polizei in Münster allein 28 Unfälle beim Abbiegen, sechs Menschen wurden dabei teils schwer verletzt. „Meistens Fahrradfahrer“, präzisiert Becker. Der Bült an den Einmündungen Hörsterstraße und Neubrückenstraße ist nach Erkenntnissen der Polizei ein echter Unfallschwerpunkt in dieser Hinsicht. „Viele Autofahrer denken nicht an den Schulterblick“, sagt Becker – und die Radfahrer sind wegen der leicht abschüssigen Strecke hier ziemlich schnell unterwegs.

Kontrollaktionen der Polizei wie die am Donnerstagvormittag sollen für die Gefahr sensibilisieren, erklären die Polizisten. Gerade in der Innenstadt, wo Autos, Radfahrer und Fußgänger im dichten Getümmel unterwegs ist, sei höchste Aufmerksamkeit geboten. Und Disziplin, was die Einhaltung der Verkehrsregeln angeht. Am Donnerstagmorgen müssen auch etliche Radfahrer zahlen. Die meisten von ihnen sind bei Rot über die Ampel gefahren. Macht 45 Euro, und für Führerscheinbesitzer noch einen Punkt in Flensburg.

(Karin Völker)


 


 

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