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  • 16.09.2014, 09:37 Uhr
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  • Münster / Münsterland
„Gefangen im Netz“

Chancen und Gefahren der Smartphone-Kultur

„Das richtige Maß im richtigen Alter mit der richtigen Anleitung“ – dies ist sicher ein Fazit, dass die Teilnehmer beim Alexianer-Symposium „Gefangen im Netz“ mit nach Hause nehmen konnten. In Vorträgen und Workshops widmeten sich über 100 Fachleute, darunter Ärzte, Therapeuten, Pflegende und Pädagogen der spannenden Frage nach den „Chancen und Gefahren der neuen Smartphone-Kultur“ und das aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln.

Den Auftakt der Veranstaltung bildete der Vortrag des erst 19-jährigen Philipp Riederle, der den Umgang mit dem Medium aus der Sicht der so genannten „Generation Y“ aufzeigte. Dem Jungunternehmer und zugleich jüngsten Unternehmensberater Deutschlands ging es dabei vor allem um den Abbau so mancher Vorurteile zur auch genannten „Kopf-runter-Generation“ wie etwa der Wegfall echter Freundschaften, das Fehlen von Langeweile oder die Verschlechterung der Lebensqualität.

Mit all dem räumte der junge Medienexperte auf authentische Weise kräftig auf, gestand aber unter Hinweis auf die ebenso bestehenden Gefahren genauso ein: „Ohne strenge Regeln seitens der Eltern und eine gewisse geistige und persönliche Reife kann es mit dem Medienkonsum auch mächtig schief gehen!“

Gläserne Einblicke in jede menschliche Schutzsphäre

Auch sein abschließender Ausblick auf die rasante technische Entwicklung, die immer mehr möglich macht, ließ selbst ihn nicht sorgenfrei in die Zukunft blicken: Ein Dauerscannen seines Gegenübers per Datenbrille oder auch die permanente Datenerfassung von Google und Co. ermöglichten schon jetzt nahezu gläserne Einblicke in jede menschliche Schutzsphäre.

Seine Botschaft zum Schluss: „Nutzt die unendlichen Möglichkeiten, kennt die Gefahr, aber seid vor allem offen für das Medienverhalten unserer Generation!“

Wie ein Abdriften in die Computersucht aussehen kann und aus welchen Gründen junge Menschen dem PC oder Smartphone verfallen, veranschaulichte Prof. Christoph Möller, Buchautor und Chefarzt im Kinder- und Jugendkrankenhaus in Hannover.

„Gerade gefährdeten Jugendlichen ermöglicht das Internet auf sehr einfache Art das Erreichen unerfüllter Wünsche - zumindest in der virtuellen Welt“, so der Experte. Dazu gehörten zum Beispiel der Austausch mit anderen Menschen oder auch die Anerkennung der eigener Leistung, etwa beim Computerspiel.

Setzen von Grenzen von entscheidender Bedeutung

Eine gute frühe Bindung und das Setzen von Grenzen sei von entscheidender Bedeutung, um die Kinder für einen späteren richtigen Umgang mit den Medien fit zu machen. Kinder sollten möglichst bis zum Abschluss der Grundschule ganz normal und möglichst PC-frei aufwachsen, um eben eine gefestigte Entwicklung in der realen Welt zu erfahren. „Dann kann das Internet für sie später eine wunderbare Erweiterung Ihrer Möglichkeiten sein!“

Prof. Georg Romer, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie am Universitätsklinikum Münster, zeigte als letzte Redner die kulturelle Seite der Smartphone-Nutzung auf und gab ebenso wertvolle Tipps zur Prävention.

(Alexianer Münster GmbH)


 


 

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