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  • 23.01.2013, 09:51 Uhr
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  • Münster & Münsterland
Genossenschaftsbanken

Regulierung erschwert das Bankengeschäft

Ohne neue Finanzprodukte könnten die Genossenschaftsbanken ein Ertragsproblem bekommen. Dennoch müssen auch die Volks- und Raiffeisenbanken mit der Regulierung leben.

Der Handlungsspielraum schrumpft, der Freiheitsrahmen wird enger. Die Volks- und Raiffeisenbanken stellen sich darauf ein, dass man ihnen in den nächsten Jahren in der europäischen Bankenlandschaft nicht das erhoffte deutsche Biotop lässt.

Regulierungsvorhaben von der Eigenkapitalregelung „Basel III“ bis zur Finanzmarktrichtlinie „Mi-FID“, Bankenunion und Reform der Einlagensicherungen werden, gepaart mit deutschen Gesetzen, auch die Genossenschaftsbanken treffen. Die hiesigen Volksbanken könnten nach Einschätzung von Prof. Dr. Theresia Theurl vom Institut für Genossenschaftswesen „unter Druck kommen, größer werden zu müssen“.

Verständnis für das Genossenschaftsmodell fehlt

In Brüssel und im eher angelsächsisch geprägten Finanzsektor fehlt in weiten Teilen das Verständnis für das Genossenschaftsmodell. „Aus Brüsseler Sicht ist es ein nationales Unikum“, schilderte am Montagabend auf einem Symposium im Schloss der Universität Dr. Andreas Zubrod, Cheflobbyist der Union Asset Management Holding. Stoppen ließe sich die Regulierung kaum; es gebe allenfalls die Möglichkeit, an einer Ausgestaltung mitzuwirken. „Denken Sie groß und denken Sie nicht klein“, riet Zubrod den überwiegend auf dem Genossenschaftsbereich kommenden Tagungsteilnehmern.

Siegfried Mehring, Vorstand des Rheinisch-Westfälischen Genossenschaftsverbandes (RWGV), befürchtet für die Genossenschaftsbanken „Aufwand, der nicht in Geschäftserfolg umgemünzt“ werden kann. Die Genossenschaftsbanken seien bis heute ohne staatliche Unterstützung ausgekommen und hätten den Liquiditätsausgleich aus eigener Kraft sichergestellt. Man brauche Regeln, die die Stabilität des Finanzsystems garantieren, aber nicht alle Regulierungen würden dazu beitragen.

Für Dr. Wolfgang Baecker, Vorstandsvorsitzender der VR-Bank Westmünsterland, verstärkt die wachsende Regulierung das Ertragsproblem. Das Geschäft werde schwieriger, der Vertrieb sei gefordert. „Wenn wir uns nicht gemeinschaftlich kümmern, wird es manche Bank aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr geben“, forderte Baecker mehr Hilfestellung des genossenschaftlichen Verbundes bei den kommenden Aufgaben und in den Gremien mehr Mut zur Veränderung. Mehring: „Wir müssen gemeinsam die richtigen Antworten finden und auch die richtigen Produkte kreieren.“

(Wolfgang Kleideiter)


 


 

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