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  • 03.09.2012, 10:31 Uhr
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  • Münster / Bonn
Genossenschaftstag

Peer Steinbrück: Genossenschaften lösen gesellschaftliche Probleme

Beim Genossenschaftstag auf dem Bonner Markt feierten tausende Besucher das Internationale Jahr der Genossenschaften in Rheinland und Westfalen. Prominente Festredner waren unter anderem Hannelore Kraft und Peer Steinbrück.

Mehrere zehntausend Bürger haben sich am Samstag in Bonn über die Vielseitigkeit und Leistungskraft genossenschaftlicher Unternehmen informiert. Der Genossenschaftstag als Stadtfest der besonderen Art lockte insbesondere viele Familien auf den Marktplatz vor dem Alten Rathaus. Der frühere Bundesfinanzminister Peer Steinbrück wies bei seinem Besuch auf die Stetigkeit von Genossenschaften hin. „Genossenschaften haben sich gerade in Zeiten großer ökonomischer Veränderungen als stabile Unternehmensform erwiesen. In ihrer Bedeutung werden Genossenschaften trotzdem weithin unterschätzt: Es ist viel zu wenig bekannt, dass es in Deutschland mehr Genossenschaftsmitglieder als Aktionäre gibt“, sagte Steinbrück in seiner Rede vor den Besuchern des Genossenschaftstags auf dem Bonner Markt.

„Gerade die neuen gesellschaftlichen Herausforderungen etwa aus dem demographischen Wandel können mit Hilfe von Genossenschaften zum Beispiel bei Wohnprojekten oder bei Dorf- und Stadtteilläden angemessen bewältigt werden“, so der SPD-Politiker. Bonns Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch betonte den Anlass des Genossenschaftstags: „Die Vereinten Nationen haben 2012 zum Internationalen Jahr der Genossenschaften erklärt. Als deutsche UNO-Stadt mit Sitz von insgesamt 18 Organisationen der Vereinten Nationen ist Bonn daher der ideale Ort für ein solches Fest.“ 

Bereits am Freitag hatte NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft in Bonn in einer Rede vor Vorständen und Geschäftsführern betont, dass die 150 Jahre alte Wirtschaftsform der Genossenschaft auch heute noch eine hoch zeitgemäße und zukunftsgerichtete Idee sei. „Der Gedanke, ökonomische und soziale Ziele miteinander zu vereinbaren, hat gerade in Zeiten weltweiter Wirtschaftskrisen und ihrer vielfachen gesellschaftlichen Folgen nicht nur besonders an Aktualität, sondern auch an Attraktivität gewonnen.“ Sie sei sicher, dass gesellschaftliche Herausforderungen wie die Energiewende oder der Demographische Wandel auch mit Hilfe von Genossenschaften gestaltet werden könnten, so Ministerpräsidentin Kraft in ihrer Rede.

Der Vorstandsvorsitzende des Rheinisch-Westfälischen Genossenschaftsverbands (RWGV), Hans Pfeifer, bezeichnete den Genossenschaftstag als Erfolg: „Heute konnten wir in Bonn den Ideenreichtum zeigen, den 2,8 Millionen Menschen in Rheinland und Westfalen in genossenschaftlichen Zusammenschlüssen hervorbringen“, sagte der RWGV-Vorstandsvorsitzende. „Wer sich in einer Genossenschaft engagiert, der hat aufgehört, mit seinem Schicksal zu hadern oder Lösungen von anonymen Verantwortungsträgern einzufordern. Die Ohnmacht weicht der Eigeninitiative – das ist es, wofür Genossenschaften stehen.“ Pfeifer fügte hinzu, das Geschäftsmodell von Genossenschaften sei nicht aus Zufall stetig. Wie wichtig ein sichernder institutioneller Rahmen sei, zeige die 150-jährige Verbandstradition des RWGV. Bei dem Genossenschaftstag als Stadtfest der besonderen Art erinnerte der RWGV an die Gründung des Verbands der Vorschuss- und Kreditvereine in Rheinland-Westfalen ein, dessen Mitglieder heute im RWGV organisiert sind.

Mehr als zwei Dutzend Genossenschaften aus den Bereichen Landwirtschaft, Gewerbe und Kreditwesen zeigten auf dem Marktplatz ihre Innovationsfähigkeit. Clowns und Musiker unterhielten Jung und Alt mit einem kurzweiligen Überraschungsprogramm, während die älteste Winzergenossenschaft der Welt aus Mayschoß-Altenahr zur Weinprobe einlud. Bei einer großen Glücksradaktion wurden 20.000 Preise an die Besucher abgegeben. Der genossenschaftlich organisierte Wochemarkt hielt seine Stände bis in den späten Nachmittag hinein offen. Zum Ausklang trat die Band „Stanfour“ für ein Gratiskonzert unter freiem Himmel auf die Bühne – direkt vor der prächtigen Kulisse des Alten Rathauses in Bonn.

Der Genossenschaftstag für Rheinland und Westfalen fand zum zweiten Mal statt. Zur Premiere in Paderborn im Jahr 2009 kamen rund 50.000 Besucher. In diesem Jahr unterstützten an vorderster Stelle die NOWEDA eG Apothekergenossenschaft sowie die WGZ BANK, der IT-Dienstleister GAD eG und die Volksbanken Raiffeisenbanken der Region Bonn Rhein-Sieg den Genossenschaftstag des RWGVs in der Bundesstadt.

(Redaktion)


 


 

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