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  • 29.11.2012, 10:57 Uhr
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  • Münster
Gerichtsurteil

Mehrjährige Haftstrafen für Überfall auf Leihhaus

Das Landgericht Münster hat zwei Männer für den Überfall auf ein Leihhaus an der Hafen zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Bei der Tat im April konnten die beiden Männer Beute im Wert von 200.000 Euro ergattern.

Der Mann wartet mit seinem Auto am Ludgeriplatz. Ein flüchtiger Bekannter hatte darum gebeten, ihn und einen Freund dort abzuholen, weil sie etwas Sperriges zu transportieren hätten. Gegen 10 Uhr kommen die Fahrgäste angerannt. Sie haben nur einen Rucksack dabei und sind völlig abgehetzt: „Fahr’ los, mach schon!“ „Was ist denn?“ „Nun fahr’ schon!“ Der Mann fährt die beiden nach Coerde. Sie werfen ihm 40 Euro ins Auto.

Tags darauf, am 19. April, liest der Autofahrer die Zeitung. „Überfall auf ein Leihhaus an der Hafenstraße“, steht da. Zwei Männer hätten gegen 10 Uhr morgens eine Angestellte überwältigt, fette Beute gemacht und seien zu Fuß in Richtung Ludgeriplatz geflüchtet. Da geht der Autofahrer zur Polizei . . .

So kommt der Stein ins Rollen. Der ältere Täter (22) wird bald darauf festgenommen, der jüngere (19) stellt sich nach einiger Zeit freiwillig. Am Mittwoch (28. November) verkündete der Richter das Urteil wegen gemeinschaftlichen Raubes: drei Jahre und neun Monate für den Erwachsenen, zwei Jahre und neun Monate für den so gerade noch Jugendlichen.

Die Jungs haben Glück, dass sie nicht wegen schweren Raubes verknackt werden. Waffen hatten sie nicht dabei, und die Angestellte wurde nur deshalb mit Klebeband gefesselt, um einen kurzen Fluchtvorsprung zu gewinnen. Die Frau hat es gottlob gut überstanden.

Die Beute, Schmuck und Bargeld, ist rund 200. 000 Euro wert. Das meiste ist weg: Bei dem Versuch, die Klunker in Frankfurt an noch schwerere Jungs zu verhökern, werden die Räuber selbst überfallen. Der Jüngere erhält dabei sogar einen polizeilich beglaubigten Messerstich in den Rücken. Das Übrige investieren die beiden vorbestraften Münsteraner geradezu mit Augenmaß: ein Gebrauchtwagen, zwei Handys, Klamotten, etwas zu essen – und ein bisschen geht in der Spielhalle drauf.

Beide gestehen alles. Der Ältere allerdings erst, als es fast nicht mehr anders geht. Er versucht sogar noch, dem ahnungslosen Fluchthelfer etwas anzuhängen: Nicht 40, sondern 4000 Euro habe er für die Fahrt nach Coerde gezahlt. Aber das nimmt ihm das Gericht nicht ab.

(Lukas Speckmann)


 


 

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