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  • 01.08.2013, 10:18 Uhr
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  • Münster & Münsterland
Gerichtsurteil

Raucher-Konflikte in Münster die Ausnahme

Für kontroverse Debatten sorgt das "Raucher-Urteil" des Düsseldorfer Amtsgerichts. Der Mieterverein Wohn-In e.V. glaubt nicht, dass das Urteil Bestand haben wird. Zudem seien Streitigkeiten dieser Art in Münster nicht bekannt.

Friedhelm Adolfs wohnt seit 40 Jahren in seiner Wohnung, dann wurde dem Rentner wegen seiner Qualmerei gekündigt. Zu Recht, entschied das Amtsgericht Düsseldorf. Die Entscheidung lässt Raucher und Mieter aufhorchen. In Münster sind Konflikte dieser Art jedoch bislang anscheinend die Ausnahme.

Für Matthias Schäfer, Vorsitzender und Geschäftsführer des Mietervereins Wohn-In e.V., ist der Fall kein Grund zur Aufregung: Er glaubt nicht, dass das Urteil Bestand haben wird, es sei wegen eines Formfehlers zustande gekommen und dadurch, dass die Anwältin ihren Mandanten nicht gut vertreten habe.

Schäfer kann nachvollziehen, dass viele Mieter sich nun in ihrer persönlichen Freiheit bedroht fühlen, stellt jedoch klar: „Es geht bei diesem Fall nicht um das Rauchen in der Wohnung, sondern um den Vorwurf der Geruchsbelästigung.“ Genauso gut ließe sich die Verantwortung jedoch umkehren. „Man könnte fragen: Ist der Hauseigentümer nicht verpflichtet, eine Wohnungstür zu schaffen, durch die kein Rauch ins Treppenhaus zieht?“

Wenig Konfliktpotenzial in Münster

In Münster sind Schäfer Streitigkeiten dieser Art nicht bekannt. „Mit dem Thema Rauchen haben wir als Vertreter von Mieterinteressen nicht häufig zu tun.“

Wenig Konfliktpotenzial bietet der Qualm auch nach Meinung von Stefan Wismann, Leiter der Abteilung Mieterbetreuung bei der Wohn- und Stadtbau, die in Münster rund 6.000 Wohnungen verwaltet. „Früher kam es häufiger vor, dass sich Nichtraucher beschwert haben. Aber die Beschwerden nehmen tendenziell ab – auch, weil wohl weniger geraucht wird“, sagt er. Die Spuren des Rauchens in der Wohnung übrigens gehörten im Regelfall zur „normalen Abnutzung“ dazu – die Grenze sei aber häufig fließend. Doch nur selten sei eine Wohnung in einem solch schlechten Zustand, dass tatsächlich von Sachbeschädigung die Rede sein müsse.

(Sandra Peter)


 


 

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