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  • 22.01.2013, 12:01 Uhr
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  • Münster & Münsterland
Geringfügige Beschäftigung

Minijobber dürfen mehr verdienen

Zum Jahreswechsel hat es für geringfügig Beschäftigte zwei Änderungen gegeben. Die Verdienstgrenze wurde angehoben, und die Minijobber unterliegen nun grundsätzlich der Versicherungspflicht.

Für geringfügig Beschäftigte hat es zum Jahreswechsel zwei wesentliche Neuerungen gegeben: Erstens steigt die Verdienstgrenze dieser rund 6,8 Millionen Menschen von 400 auf 450 Euro; zweitens unterliegen geringfügig Beschäftigte nun grundsätzlich der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung.

Dadurch, dass die ab dem 1. Januar beginnenden Minijobs versicherungspflichtig werden, erwerben die Beschäftigten Ansprüche auf das volle Leistungspaket der Rentenversicherung. So erhöht sich beispielsweise der Rentenanspruch, und die staatliche Förderung für private Altersvorsorge kann beansprucht werden. „Da der Arbeitgeber für eine geringfügig entlohnte Beschäftigung bereits den Pauschalbetrag zur Rentenversicherung in Höhe von 15 Prozent des Arbeitsentgelts zahlt, ist nur die geringe Differenz zum allgemeinen Beitragssatz von 18,9 Prozent im Jahr 2013 auszugleichen. Das sind 3,9 Prozent Eigenanteil für den Minijobber“, teilt die Minijob- Zentrale mit.

Minijobber haben aber auch seit dem Jahreswechsel oder zukünftig die Möglichkeit, ihrer Arbeit ohne Versicherungspflicht nachzugehen. Dazu muss der Beschäftigte seinem Arbeitgeber in schriftlicher Form mitteilen, dass er sich eine Befreiung von der Versicherungspflicht wünscht. Der Arbeitgeber muss ihn auf diese Möglichkeit aber nicht hinweisen. Falls sich ein Arbeitnehmer für die versicherungsfreie Variante entscheidet, entfällt der Eigenanteil des Minijobbers. Nur noch der Arbeitgeber zahlt den Pauschalbeitrag zur Rentenversicherung. Die Konsequenz für die Arbeitnehmer: Er verliert seine Ansprüche auf einen Großteil der Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung, sofern er nicht anderweitig zusätzlich angestellt ist.

Anders sieht es für Arbeitnehmer aus, deren geringfügige Beschäftigung bereits vor dem Jahreswechsel bestanden hat. Dann bleibt es für die Dauer der Beschäftigung grundsätzlich bei der Versichertenfreiheit. „Wie im bisherigen Recht kann der Beschäftigte aber den Verzicht auf die Versicherungsfreiheit erklären. Die Versicherungspflicht gilt bis zum Ende der Beschäftigung und kann nicht rückgängig gemacht werden“, heißt es bei der Minijob-Zentrale weiter.

Darüber hinaus ist zum 1. Januar die Mindesbeitragsbemessungsgrundlage angepasst worden. Bisher galt, dass bei rentenversicherungspflichtigen Minijobs mit sehr geringem Verdienst der zu zahlende monatliche Beitrag von mindestens 155 Euro zu berechnen ist. Neuerdings werden Pflichtbeiträge von mindestens 175 Euro erhoben.

(Jenny Hagedorn)


 


 

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