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  • 13.08.2013, 11:45 Uhr
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  • Münster & Münsterland
Geschäftsbericht technotrans AG

Expansion außerhalb der Druckindustrie

Die technotrans-Unternehmensgruppe erwirtschaftete im Verlauf der ersten sechs Monate 2013 einen Umsatz in Höhe von 52,5 Millionen €. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht dies einem Wachstum um 25,0 Prozent (Vorjahr 42,0 Millionen €).

Dieser Anstieg ist in erster Linie auf die Akquisition der KLH Kältetechnik GmbH und ihrer asiatischen Schwestergesellschaften zum Jahresbeginn 2013 zurückzuführen. Mit 26,2 Millionen € wurden im zweiten Quartal 2013 Umsätze in der gleichen Größenordnung wie im ersten Quartal erzielt, gegenüber dem Vorjahresquartal (21,6 Millionen €) bedeutet dies einen Anstieg um 21,2 Prozent. Im ersten Halbjahr wurde ein Marge -jahresueberschuss-gewinn-berechnung-kennzahl-_id36954.html'>EBIT in Höhe von 2,3 Millionen € erwirtschaftet (Vorjahr 1,8 Millionen €), dies entspricht einer EBIT-Marge von 4,3 Prozent. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum (0,9 Millionen €) verbesserte sich das EBIT im zweiten Quartal um 30,1 Prozent auf 1,2 Millionen €. Während der ersten sechs Monate wurde ein Periodenüberschuss von 1,4 Millionen € (Vorjahr 1,0 Millionen €) erwirtschaftet. Das Ergebnis je im Umlauf befindlicher Aktie beläuft sich somit auf 0,21 € (Vorjahr 0,16 €).

„Der Geschäftsverlauf im ersten Halbjahr spiegelt wie bei vielen anderen Unternehmen die noch verhaltenen konjunkturellen Rahmenbedingungen wider“, sagt Henry Brickenkamp, Sprecher des Vorstands der technotrans AG. „Für das zweite Halbjahr sehen wir aber noch eine ganze Reihe von Chancen, so dass wir an unserer Prognose für das Gesamtjahr festhalten.“ Die Ziele für 2013 sehen einen Umsatz von 110 Millionen € - plus/minus 5 Prozent - und eine EBIT-Marge zwischen 6 und 7 Prozent vor.

Die Zahl der Beschäftigten in der Unternehmensgruppe stieg von 662 am Jahresende 2012 auf 769 am 30. Juni 2013. Auch dieser Zuwachs ist auf die Akquisitionen zurückzuführen.

Die Segmente

Vom Gesamtumsatz in Höhe von 52,5 Millionen € im ersten Halbjahr 2013 waren 33,4 Millionen € (Vorjahr 24,3 Millionen €, +37,3 Prozent) dem Segment Technology zuzuordnen. Da die beiden Halbjahre des letzten Geschäftsjahres aufgrund der drupa sehr unterschiedlich ausfielen, eignet sich der direkte Vergleich mit dem ersten Halbjahr nur eingeschränkt, besser ist ein Blick auf ein Durchschnittshalbjahr 2012 (26,8 Millionen €, +24,6 Prozent). Im zweiten Quartal wurde ein Umsatz von 16,5 Millionen € erzielt nach 12,8 Millionen € im Vorjahr (+29,0 Prozent). Der Zuwachs im laufenden Geschäftsjahr ist maßgeblich auf die Geschäftsausweitung durch die Übernahme an der KLH Kältetechnik GmbH zurückzuführen. Die übrigen Geschäftsfelder bewegten sich hingegen mehr oder weniger auf dem Niveau des Vorjahres, da sich die erwartete konjunkturelle Erholung bis zur Jahresmitte 2013 nicht einstellte.

Auch im zweiten Quartal 2013 lag das Ergebnis im Segment Technology mit -0,4 Millionen € (Vorjahr -0,5 Millionen €) wieder leicht im negativen Bereich. Insgesamt belief sich der Verlust für das erste Halbjahr damit auf -0,9 Millionen € (Vorjahr -1,1 Millionen €). Die EBIT-Marge erreichte im zweiten Quartal -2,4 Prozent und für das erste Halbjahr -2,7 Prozent. Belastet wird das Segmentergebnis unverändert durch die Margen im Lasergeschäft, die im Jahresverlauf noch nicht durchgängig verbessert werden konnten, sowie durch die Investitionen (in erster Linie in Form von Manpower), die für notwendig erachtet werden, um die Ziele des operativen Wachstums außerhalb der Druckindustrie zu erreichen.

Das Segment Services setzte auch im zweiten Quartal sein Wachstum fort und erwirtschaftete 9,7 Millionen € (Vorjahr 8,8 Millionen €, +9,9 Prozent). Die Umsätze für das erste Halbjahr 2013 betrugen damit 19,1 Millionen € (Vorjahr 17,6 Millionen €), ein Anstieg um 8,1 Prozent. Positiv beigetragen hat auch der Erwerb der Mehrheitsanteile an der Sprachenwelt GmbH, mit der die gds AG seit dem zweiten Halbjahr 2012 ihr Dienstleistungsspektrum um Übersetzungen ausgebaut hat.

Die Ertragslage im Segment Services erwies sich erneut als stabil. Mit 1,6 Millionen € (Vorjahr 1,4 Millionen €) wurde das gute Ergebnis der vergangenen Quartale gehalten. Nach sechs Monaten beträgt das Segmentergebnis somit 3,2 Millionen € (Vorjahr 2,9 Millionen €), die EBIT-Marge liegt nahezu unverändert bei 16,6 Prozent.

Finanzlage

Die Eigenkapitalquote erreichte zum 30. Juni 2013 wieder 55,8 Prozent. Die Nettoverschuldung des Konzerns belief sich zum Stichtag auf 64 T€. Folglich ist auch das Gearing „Null“.

Ausgehend von einem Periodenüberschuss nach sechs Monaten in Höhe von 1,4 Millionen € erreichte der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit vor Änderung des Nettoumlaufvermögens 4,0 Millionen € (Vorjahr 3,6 Millionen €). Gegenüber dem Vorjahr veränderten sich die Verbindlichkeiten stichtagsbedingt, in erster Linie aufgrund der Rückführung von Verbindlichkeiten seitens KLH innerhalb des ersten Halbjahres. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres konnten aus den Veränderungen des Nettoumlaufvermögens Zahlungsmittel in Höhe von 0,8 Millionen € freigesetzt werden.

Nach Abzug der gezahlten Zinsen und Ertragsteuern erreichten die Nettozahlungsmittel aus betrieblicher Tätigkeit im Berichtszeitraum erneut nur eine „schwarze Null“ (Vorjahr 3,6 Millionen €).

Die für Investitionen eingesetzten Zahlungsmittel in Höhe von 5,1 Millionen € setzen sich zusammen aus den üblichen Erhaltungsinvestitionen sowie dem Zahlungsmittelabfluss für den Beteiligungserwerb an der KLH Kältetechnik GmbH und ihrer asiatischen Schwestergesellschaften (netto 3,3 Millionen €) sowie einem bedingten Kaufpreisanteil für den Erwerb der Termotek AG (0,8 Millionen €).

Auch nach sechs Monaten blieb der Free Cashflow folglich noch negativ mit -5,0 Millionen € (Vorjahr +3,2 Millionen €).

Für den Beteiligungserwerb wurden zum Beginn des Geschäftsjahres vereinbarte Kreditfazilitäten in Anspruch genommen, während im weiteren Jahresverlauf planmäßige Tilgungen in Höhe von 2,0 Millionen vorgenommen wurden. An die Anteilseigner wurden 0,8 Millionen € als Dividende für das Geschäftsjahr 2012 ausgezahlt. Die für die Finanzierungstätigkeit eingesetzten Nettozahlungsmittel beliefen sich daher nach sechs Monaten auf 2,7 Millionen € (Vorjahr -1,3 Millionen €). Seit dem Bilanzstichtag 31. Dezember 2012 verringerten sich die liquiden Mittel um 12,7 Prozent auf 16,3 Millionen €. Die aktuelle Finanzlage bietet, zusammen mit eingeräumten und zugesicherten freien Kreditlinien, weiterhin ausreichend Spielraum, um das laufende Geschäft zu finanzieren und darüber hinaus für potenzielle Akquisitionen.

Ausblick

Der Geschäftsverlauf während der ersten sechs Monate ist aufgrund der konjunkturellen Rahmenbedingungen zunächst etwas hinter den Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr zurückgeblieben. Das Wachstum der technotrans-Unternehmensgruppe um +25 Prozent auf 52,5 Millionen € Umsatz wurde im Großen und Ganzen nur durch die Akquisition von KLH erreicht. Die anderen Geschäftsbereiche, welche alle mehr oder weniger dem Maschinenbau zuzuordnen sind, haben sich indes nur auf dem durchschnittlichen Niveau des Vorjahres bewegt.

Der Vorstand sieht jedoch für das zweite Halbjahr noch eine Reihe von Chancen. „Wir sind zuversichtlich, dass es uns gelingen kann, unseren Marktanteil im Print-Bereich weiter auszuweiten“, sagt Brickenkamp. „Außerdem meldete der japanische Druckmaschinenhersteller Komori gute Verkäufe auf der Messe China Print im Mai. Hier sehen wir Chancen, an diesem Ordereingang zu partizipieren.“ Daneben erhält technotrans mittlerweile recht regelmäßig Bestellungen von Hans Gronhi, einem chinesischen Druckmaschinenhersteller, und ist darüber hinaus inzwischen weltweit mit einer Vielzahl von Herstellern digitaler Drucksysteme - vom Entwicklungsprojekt über Prototypen bis zu ersten Serienlieferungen - im Kontakt.

„Im Bereich der Neuen Märkte sind wir beispielsweise sehr erfolgreich mit unserer Sprühbeölung für die Stanz- und Umformtechnik. Die jüngsten Installationen bestätigen uns (und unsere Kunden) in der Erwartung, dass sich mit unserem System signifikante Einsparungen realisieren lassen“, ergänzt Brickenkamp, „und das Gleiche gilt im Prinzip auch für den Bereich der Batteriekühlung, wo wir heute bereits mit Siemens, Saft, Actia und Vantage Projekte bearbeiten. Auch wenn die Stückzahlen hier derzeit noch klein sind, sind wir überzeugt, uns hier langfristig einen sehr interessanten neuen Markt zu erschließen, denn E-Mobility ist ein Bereich, der in den nächsten Jahren sicher noch stark an Bedeutung gewinnen wird.“

Durch die Übernahme der Termotek AG (2011) und der KLH Kältetechnik GmbH (2013) hat die technotrans-Unternehmensgruppe einen besonderen Fokus auf die Laserindustrie. Während auf der technischen Seite die Produktlinien konsolidiert werden, um Effizienz - und Skaleneffekte zu realisieren, wird gleichzeitig der Marktauftritt international ausgebaut und es werden weitere Vertriebsmitarbeiter eingestellt.

„Unser Ziel, auf dem geplanten Umsatzniveau eine EBIT-Marge zwischen 6 und 7 Prozent zu erzielen, halten wir weiterhin für realistisch, wenn wir einen ähnlichen Geschäftsverlauf wie im zweiten Halbjahr 2012 erwarten können“, bestätigt Dirk Engel, Finanzvorstand der technotrans AG. „Sollte sich das Anspringen der Konjunktur noch weiter verzögern, würden wir aber unsere Ziele für das Gesamtjahr vielleicht nur am unteren Ende der Spanne erreichen.“ Das Management sieht deshalb derzeit keinen Grund, die Prognose für das Gesamtjahr zu ändern

(Redaktion)


 


 

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