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  • 15.07.2015, 08:53 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Geschäftsbericht Westfalen Gruppe

Preisverfall in 2014 - guter Start in 2015

Mit fünf erfreulichen ersten Monaten hat die Westfalen Gruppe ihre Erwartungen an das laufende Geschäftsjahr 2015 deutlich unterstrichen. „Wir sind gut ins Jahr gestartet“, freute sich Wolfgang Fritsch-Albert, Vorstandsvorsitzender der Westfalen Gruppe.

Winterbedingt stiegen die Absatzmengen des Heizenergie-Produkts Westfalengas um 11,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im Bereich Gase lagen die Absatzmengen infolge guter Marktnachfrage bei Stickstoff, Protadur®-Kohlensäure und medizinischem Sauerstoff um insgesamt 4,4 Prozent höher als im Vorjahr. Neben deutlich mehr Geschäft bei Autowäschen, in Shops und Bistros stiegen auch die Absatzmengen bei Kraftstoffen im Bereich Tankstellen um 3,4 Prozent. Starke Wachstumsimpulse erwartet die Westfalen Gruppe vor allem im Segment Medizintechnik. Westfalen hat daher einen Mehrheitsanteil von 80 Prozent an der Medica Technik GmbH erworben, einem Spezialunternehmen für Homecare, Medizin- und Rehatechnik mit Hauptsitz in Brachbach, Siegerland. „Mit dem Erwerb positionieren wir uns strategisch für den Vertrieb von Homecare-Produkten und Dienstleistungen im deutschen Gesundheitsmarkt“, erläuterte Wolfgang Fritsch-Albert.

Drastischer Preisverfall an Rohölmärkten – Umsatz 2014 unter Vorjahr

Das Geschäftsjahr 2014 hingegen entsprach nicht den Erwartungen. Der Konzernumsatz lag mit 1.775,5 Mio. Euro um 88,3 Mio. Euro unter dem des Vorjahrs von 1.863,8 Mio. Euro. In der AG ging der Umsatz von 1.803,7 Mio. Euro um 93,4 Mio. Euro auf 1.710,3 Mio. Euro zurück. Die Umsatzrückgänge betrafen überwiegend die Bereiche Energieversorgung und Tankstellen.

Ergebnis vor Steuern deutlich gesunken

Das Ergebnis vor Steuern fiel im Konzern von 26,8 Mio. Euro auf 1,5 Mio. Euro und in der AG von 25,6 Mio. Euro auf 5,3 Mio. Euro. Die Ergebnisverringerungen resultierten aus niedrigen operativen Ergebnissen in den Bereichen Energieversorgung und Tankstellen. Darin enthalten sind erhebliche Effekte aus dem drastischen Preisverfall für Mineralölprodukte; im Energieversorgungsbereich zudem die deutlichen Ergebnisauswirkungen von Absatzrückgängen im Brenngasbereich aufgrund sehr milder Temperaturen im Berichtsjahr.

Zukunftsorientierter Personalzuwachs

Zum 31. Dezember 2014 waren bei der Westfalen Gruppe europaweit 1.424 Mitarbeiter beschäftigt, insgesamt 38 oder 2,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Erstmals erhielt das Unternehmen allein für die deutschen Standorte mehr als 5.000 Bewerbungen pro Jahr. Ein klares Zeichen für eine erfolgreiche Positionierung als bevorzugter Arbeitgeber.

Investitionen über Vorjahr

Im Geschäftsjahr 2014 investierte die Westfalen Gruppe im Konzern 51,0 Mio. Euro (Vorjahr 44,2 Mio. Euro) und in der AG 40,7 Mio. Euro (39,0 Mio. Euro). Das Investitionsvolumen lag damit im Konzern um 6,8 Mio. Euro und in der AG um 1,7 Mio. Euro über Vorjahr. Grund waren vor allem höhere Investitionen in den Bereichen Gase und Tankstellen. Größere Investitionen im Bereich Gase betrafen den Ausbau des Gasegeschäfts im Ausland sowie Investitionen zur Stärkung des Inlandsgeschäfts.

„Besonders stolz sind wir auf unsere Neueröffnungen im Tankstellenbereich. Im Mai starteten die Raststätten Brockbachtal Nord und Süd an der A30. Im Juli folgte der Waschpark in Herne, der unsere neue Westfalen Tankstelle mit moderner Waschtechnik komplettierte”, erklärte Westfalen Vertriebsvorstand Reiner Ropohl. „Last but not least öffnete im Dezember unser Leuchtturmprojekt seine Pforten: die neue Westfalen Tankstelle in Münster-Amelsbüren. Hier bieten wir, einzigartig in Deutschland, einen Drive-in-Schalter für Tankstellen-Shop und -Gastronomie. Darüber hinaus setzt die Station ein wichtiges Zeichen bei den alternativen Antriebsenergien. 2015 entsteht hier unsere erste Wasserstoff-Tankstelle“, so Ropohl weiter.

Ausblick

Bei verbesserten Rahmenbedingungen erwartet das Unternehmen für den Bereich Gase bei leicht steigenden Absätzen und höheren Umsätzen eine weitere Verbesserung der Ergebnisse für 2015. Chancen sieht Westfalen im Segment Kältemittel durch konsequente Umsetzung der neuen F-Gas-Verordnung. Auch werden weitere Vertriebserfolge bei NO-Gemischen als Fertigarzneimittel sowie Ergebnisverbesserungen bei Flüssighelium angestrebt, da das Vorjahr noch durch Auswirkungen globaler Versorgungsengpässe belastet wurde. Im Bereich Energieversorgung setzt Westfalen auf Absatz- und Umsatzsteigerungen mit Westfalengas aufgrund des im Vergleich zum Vorjahr kälteren Winters. Weitere Ziele sind deutliche Kundenzuwächse bei Erdgas- und Stromverträgen und eine anhaltend erfolgreiche Vermarktung der Conneo-Treibgasflasche mit dem neuen Click-on-System. Im Bereich Tankstellen hängt die Ergebnisentwicklung stark davon ab, wie sich die Kraftstoffmargen entwickeln. Jegliche Ergebnisprognose ist daher stark von Unsicherheit geprägt. Da die Tankstellenergebnisse im Vorjahr durch die Effekte aus dem Preisverfall bei sämtlichen Mineralölprodukten belastet waren, erwartet die Westfalen Gruppe wieder deutlich bessere Ergebnisse.

Über die Westfalen Gruppe

Die Westfalen Gruppe ist als Technologieunternehmen der Energiewirtschaft mit insgesamt 22 Tochter- und Beteiligungsgesellschaften international tätig. Über 20 Produktionsstandorte befinden sich in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, der Schweiz und in Tschechien. Das im Jahre 1923 gegründete Familienunternehmen ist in den Bereichen Gase, Energieversorgung und Tankstellen tätig und hat seinen Hauptsitz in Münster. Mit über 1.400 Mitarbeitern erwirtschaftete die Westfalen Gruppe im Geschäftsjahr 2014 einen Umsatz von etwa 1,8 Milliarden Euro.

(Westfalen Gruppe)


 


 

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