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  • 06.08.2013, 08:57 Uhr
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  • Münster & Münsterland
Geschäftsbetrieb eingestellt

Insolvenz der Apriori Textilvertriebs Gmbh

Die Sanierungsmaßnahmen der Apriori Textilvertriebs Gmbh hatten bisher keinen Erfolg. 160 Arbeitsplätze sind damit von der Insolvenz betroffen, allein 90 davon am Standort Münster. Allen wurde Anfang vergangener Woche gekündigt.

Das Telefon klingelt und klingelt, aber niemand geht ran. Auf der Internet-Seite ist von Wartungsarbeiten die Rede, wo vor wenigen Wochen noch feminin-sportive Damen- Mode zu sehen war. Doch damit ist es jetzt vorbei. Denn die Apriori Textilvertriebs GmbH, die an der Harkortstraße in Mecklenbeck ihren Sitz hat, ist insolvent. Der Geschäftsbetrieb des Modeunternehmens wurde bereits eingestellt.

Ein schwerer Schlag für allein rund 90 Mitarbeiter am Standort in Münster. Sie hatten bis zuletzt gehofft, dass sich doch noch ein Investor findet, der das Unternehmen oder zumindest Teile davon retten kann. Diese Hoffnung hat sich nun endgültig zerschlagen.

Anfang vergangener Woche wurde allen insgesamt 160 Angestellten gekündigt. Ein Großteil wurde bereits freigestellt, heißt es in einer Pressemitteilung, die der Insolvenzverwalter Stephan Michels aus Münster für diesen traurigen Fall veranlasst hat. Anfang Juni hatte Apriori beim Amtsgericht in Münster einen Insolvenzantrag wegen Zahlungsunfähigkeit gestellt. Damals hieß es, dass die unerwartet hohen Umsatzverluste in den wichtigen Exportmärkten Russland und Spanien zu dieser daramtischen Situation geführt hätten.

Sanierungsmaßnahmen ohne Erfolg

Eingeleitete Sanierungsmaßnahmen hatten bis dato keinen Erfolg. Gespräche mit Investoren konnten nicht zum Abschluss gebracht werden – bis zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens in der vergangenen Woche und „trotz intensiver Suche“, wie es in der Pressemitteilung heißt. Der Insolvenzverwalter will nun die noch verbliebenen Warenbestände abverkaufen. Ziel sei es, für einzelne Einzelhandels-Flächen Nachnutzer zu finden, die den dort beschäftigten Mitarbeitern eine Perspektive geben können. Damit könnten möglicherweise einige wenige Arbeitsplätze gesichert werden.

Apriori war am Markt mit acht eigenen Läden sowie in den Outlet-Centern in Zweibrücken und Wolfsburg vertreten. Auch ein Onlineshop wurde betrieben. Daneben wurde die Modelinie Apriori über den Textileinzelhandel vertrieben.

Die Apriori Textilvertriebs GmbH, die unter dem Dach der Primera AG operierte, blickt nach eigener Darstellung auf eine fast 25-jährige Firmengeschichte zurück. Das Unternehmen war auf die Entwicklung und den Vertrieb von Damenmode im mittleren bis gehobenen Preissegment ausgerichtet. Im abgelaufenen Geschäftsjahr erzielt man nach eigenen Angaben einen Umsatz in Höhe von rund 20 Millionen Euro. Das reichte offenbar bei Weitem nicht aus.

(Redaktion)


 


 

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