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  • 03.04.2014, 13:56 Uhr
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  • Münster / Münsterland
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Geschäftsbilanz 2013

In jeder Beziehung: Sparkasse

„Die Sparkasse steht für eine Vielzahl von Beziehungen in die Region – vom Finanzpartner für Firmen und Privatkunden über unsere Rolle als Förderer von Projekten bis hin zu den ganz persönlichen gesellschaftlichen Engagements unserer Mitarbeiter. Diese in fast 200 Jahren gewachsene Beziehungs- und Vertrauensbasis ist der Grund dafür, dass sich die Sparkasse auch im Geschäftsjahr 2013 weiter gut entwickelt hat“, so Markus Schabel, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Münsterland Ost im Rahmen der diesjährigen Bilanz-Pressekonferenz.

Der Blick auf die vorläufigen Zahlen bestätigt die stabile Lage der Sparkasse: Ihre Bilanzsumme stieg in 2013 auf 8,68 Mrd. Euro (Vorjahr: 8,48 Mrd. Euro) und das Kundengeschäftsvolumen wuchs um 776 Mio. Euro auf 15,87 Mrd. Euro. Wachstumsfaktor waren die Kundeneinlagen, die ein Plus von rund 508 Mio. Euro auf 6,86 Mrd. Euro (+ 8,0 Prozent) aufweisen. Auch das Kreditgeschäft hat sich positiv entwickelt: Die Sparkasse verzeichnet einen Kreditbestand zum Jahresende in Höhe von 6,26 Mrd. Euro, was einer Steigerung von 232 Mio. Euro (+ 3,9 Prozent) entspricht.

Wertpapiere gegen Zinsfalle

Entsprechend zufrieden ist die Sparkasse mit der Entwicklung im Privat- und Firmenkundengeschäft: Im Geschäft mit den Privatkunden erhöhte sich der Bestand an Kundengeldern um 6,4 Prozent auf 554 Mio. Euro. Hoch im Kurs standen Liquiditätskonten und das Vermögenssparen. „Außerdem stellen wir fest, dass sich unsere Kunden in Zeiten, wo mit konventionellen Sparkonzepten schnell die Realzinsfalle droht, nicht nur variabel verzinsten Anlagen, sondern auch verstärkt wieder Wertpapier-Fondskonzepten zuwenden, die ebenfalls auf Aktien setzen“, resümierte Sparkassen-Vorstand Wolfram Gerling. Das Kreditgeschäft mit den Privatkunden war 2013 vor allem durch eine große Nachfrage nach Immobilien gekennzeichnet. So stiegen die Darlehenszusagen bei den Wohnungsbaukrediten gegenüber dem Vorjahr um fünf Prozent auf 411 Mio. Euro.

Die Kredite an Unternehmen wuchsen im Bilanzjahr um 52 Mio. Euro auf den Rekordwert von 2,9 Mrd. Euro (+ 1,8 Prozent). „Viele unserer Kunden haben sich weiter entschuldet und sind mittlerweile mit vergleichsweise hohen Eigenkapital - und Liquiditätspolstern ausgestattet“, beschrieb Vorstandsmitglied Klaus Richter den nach seinen Worten „soliden Zustand“ der heimischen Wirtschaft. Besonders gefragt waren in 2013 staatliche Fördermittel für den gewerblichen Bereich. Hier verzeichnet die Sparkasse eine Steigerung von 25,7 Mio. Euro auf 63,5 Mio. Euro – also um nahezu 150 Prozent. Insbesondere der Mittelstandskredit der NRW.BANK und Darlehen zur Förderung der Energie- Effizienz fanden ein breites Interesse unter den Firmenkunden.

Insgesamt freut sich die Sparkasse einmal mehr über einen ansehnlichen Kundenzuwachs: Mit über 3.600 neuen Kunden zum Jahresende sei man mittlerweile für mehr als 426.000 Kunden der Ansprechpartner in allen Fragen rund ums Geld, vermeldet das Kreditinstitut.

Plus im Überschuss

Der Zinsüberschuss konnte auf 197,7 Mio. Euro gesteigert werden (Vorjahr: 196,4 Mio. Euro). Der Provisionsüberschuss bewegt sich mit 47,4 Mio. Euro weiterhin auf einem konstant hohen Niveau (Vorjahr: 48,1 Mio. Euro). Die Cost-Income-Ratio, die das Verhältnis von Aufwand und Ertrag abbildet, lag im Geschäftsjahr 2013 bei 56,5 Prozent (2012: 55,0 Prozent). Vor dem Hintergrund inflationsbedingter Kostenzuwächse sowie Tarifsteigerungen erhöhte sich der ordentliche Aufwand von 136,4 Mio. Euro auf 140,2 Mio. Euro. Das Betriebsergebnis vor Bewertung liegt im Berichtsjahr bei 107,1 Mio. Euro bzw. 1,25 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme (Vorjahr: 110,8 Mio. Euro/1,32 Prozent). Damit rangiere die Sparkasse trotz einer belastenden Finanzmarkt-Großwetterlage unter den leistungsstärksten deutschen Großsparkassen, so Markus Schabel.

Entsprechend kann sich auch sehen lassen, was im Geschäftsjahr 2013 unter dem Strich übrig blieb: Hier verzeichnet die Sparkasse einen gestiegenen Jahresüberschuss von 20,0 Mio. Euro (Vorjahr: 19,1 Mio. Euro), der sowohl für die Eigenkapitalausstattung als auch für die Ausschüttung an die Sparkassen-Träger von Bedeutung ist. Über die Verwendung wird Mitte Juni die Sparkassen-Zweckverbandsversammlung entscheiden. Im Jahr 2013 flossen 5,72 Mio. für gemeinnützige Zwecke an die Städte und Gemeinden.

Mehr Förderspielraum

Darüber hinaus setzte die Sparkasse mit einem Gesamtbetrag von 3,5 Mio. Euro im vergangenen Jahr ihr umfangreiches Engagement für soziale, kulturelle oder sportliche Projekte fort. Hinzu kam eine Kapital-Aufstockung bei den fünf Sparkassen-Stiftungen um insgesamt zunächst 10 Mio. Euro. „Mit dieser Entscheidung haben wir gemeinsam mit unserem Verwaltungsrat mehr Förderspielräume ermöglicht – gerade in der anhaltenden Niedrigzinsphase, wo Zinserträge auch für Stiftungen abnehmen“, erläuterte Schabel. Zudem werde das Stiftungskapital auf insgesamt 60 Mio. Euro schrittweise erhöht. Damit werde es möglich, überregional bedeutsame Leuchtfeuer-Projekte zu fördern, die für das Münsterland ein wichtiger Faktor im Wettbewerb der Regionen sind. „Bei Stiftungen zählt bekanntlich der Ewigkeitsgedanke. Und der steht über allen Veränderungen – ganz gleich, was an wirtschaftlichen Einflussfaktoren auf uns zukommt. Die Menschen in der Region können sich darauf verlassen, dass die Sparkasse langfristig als Förder-Partner an ihrer Seite steht“, versprach der Sparkassen-Chef.

Gestalten statt Jammern

Für die Zukunft stellen regulatorische Auflagen, die Niedrigzinsphase sowie die Entwicklung der Beteiligungen im Sparkassenverbund nach Einschätzung des Sparkassen-Vorstandsvorsitzenden wesentliche Herausforderungen dar. „Wir haben bei der WestLB viel Geld verloren – das darf sich nicht an anderer Stelle wiederholen. Ich würde es sehr begrüßen, wenn die Bankenbranche mit dem Jammern aufhört und stattdessen ihre Kraft darauf verwendet, die Zukunft zu gestalten“, unterstrich Markus Schabel. „Was nach den verständlichen Veränderungs-Phasen des Nichtwahrhabenwollens, der Wut, Verhandlung und Verzweiflung nun folgt, ist eine umfassende Phase der Neuausrichtung auf die geänderten Bedingungen“, so der Sparkassen-Chef. Die Sparkasse Münsterland Ost setze die neuen Bankenauflagen bereits vollständig um. So liege das Kreditinstitut mit einer Eigenkapitalausstattung gemäß Solvabilitätsverordnung von 14,8 Prozent und einer Kernkapitalquote von 12,9 Prozent schon heute deutlich über den für das Jahr 2019 festgelegten Werten.

Als richtigen Schritt im Sinne der Zukunftsausrichtung der Sparkasse bezeichnete der Vorstandsvorsitzende die Gründung der Sparkassen-Dienstleistungstochter „SDZ Westfalen-Lippe“ vor zwei Jahren. Mittlerweile arbeitet das Dienstleistungszentrum erfolgreich für 58 Mandanten aus der Sparkassen-Finanzgruppe. Zur Service-Palette zählen etwa die Sachbearbeitung in den Bereichen Personal sowie Kredit- und Kontoservices und der Zahlungsverkehr. Für die Sparkassen-Kunden sei vor allem der vertrauensvolle Kontakt zu einem kompetenten Berater vor Ort von Bedeutung. Wo genau im Hintergrund ein Kredit bearbeitet wird, spiele in der Kundenbeziehung keine Rolle. „Solche Backoffice-Prozesse laufen in allen Sparkassen ähnlich ab. Die muss nicht jeder für sich allein schultern, sondern können kostengünstig gebündelt werden. Das erkennen unsere Mandanten auch und bestellen immer mehr Leistungen bei uns“, erläuterte Markus Schabel.

(Redaktion)


 

 

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