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  • 26.11.2012, 16:19 Uhr
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  • Münster & Münsterland
Gesundheit

Weniger Aids-Diagnosen, mehr Syphilis-Erkrankungen

Prävention zahlt sich aus: Aids ist weltweit immer noch die am stärksten diskriminierte Krankheit. Doch während die Zahl der HIV-Neudiagnosen sinkt, steigt die Zahl der Syphilis-Neuerkrankungen.

Die Zahl der HIV-Neudiagnosen sinkt, zugleich registriert das Robert-Koch-Institut wieder einen Anstieg bei den Syphilis-Neuerkrankungen. "Bis November 2011 wurden 21 Fälle aus Münster gemeldet, in diesem Jahr bereits 35. Umgerechnet auf Erkrankte je 100 000 Einwohner liegt Münster damit hinter Köln und Dortmund an dritter Stelle in Nordrhein-Westfalen", sagte Monika Brosda, Ärztin der Beratungsstelle für Aids und andere sexuell übertragbare Krankheiten. Das zeige, "dass die Präventions-Anstrengungen im Hinblick auf HIV Wirkung zeigen, wir aber die anderen sexuell übertragbaren Krankheiten noch stärker im Blick haben müssen".

In diesem Jahr wurden dem Robert-Koch-Institut aus Münster bis zum 1. November zehn HIV-Neudiagnosen gemeldet, aus dem restlichen Regierungsbezirk 31. Im gesamten Jahr 2011 waren es in Münster 18 HIV-Diagnosen, im restlichen Regierungsbezirk 25. Diese Zahlen belegten, dass sich die Zusammenarbeit mit den Akteuren in Münster für alle Beteiligten auszahle - gerade auch in Zeiten knapper personeller und finanzieller Ressourcen bei der Stadt, betonte Monika Brosda mit Blick auf den Welt-Aids-Tag am 1. Dezember.

Welt-Aids-Tag am 1. Dezember

Die Weltgesundheitsorganisation hat den Welt-Aids-Tag erstmals im Jahr 1988 ausgerufen. Münster hat sich seit Beginn an diesem Aktionstag beteiligt - im Jahr 2012 zum 25. Mal. Seitdem erinnern Organisationen, Medien und Verantwortliche aus Politik und Gesellschaft am 1. Dezember an das Thema Aids und rufen dazu auf, aktiv zu werden und Solidarität mit Infizierten, Kranken und diesen Nahestehenden zu zeigen. Den bislang größten medizinischen Teilerfolg im Kampf gegen die Krankheit brachten seit 1995 Medikamente, die die Vermehrung des Virus wirksam hemmen. Eine HIV-Infektion wird dadurch zwar immer noch nicht heilbar. Aber für Menschen, die Zugang zu den Medikamenten haben, ist die Lebenserwartung deutlich gestiegen und die Lebensqualität hat sich verbessert.

Dennoch: Aids ist weltweit immer noch die am stärksten diskriminierte Krankheit. Viele bringen sie in Verbindung mit "problematischem" Sexualverhalten, dazu kommt die Angst vor Ansteckung. Deshalb steht die Kampagne zum Welt-Aids-Tag in diesem Jahr bundesweit unter dem Motto "Positiv zusammen leben". Sie ruft dazu auf, insbesondere auch am Arbeitsplatz ein Klima der Akzeptanz und Solidarität zu schaffen, damit Menschen mit einer HIV-Infektion offen umgehen können, ohne Diskriminierung und Benachteiligung befürchten zu müssen. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung geht davon aus, dass zwei Drittel der Menschen mit HIV arbeiten und dass sie meist genauso leistungsfähig sind wie ihre nicht-infizierten Kollegen und Kolleginnen.

Aids-Beratung und -Untersuchungsangebote

In Münster liegt die Koordination der Aids-Arbeit und das medizinische Beratungs- und Untersuchungsangebot beim Gesundheitsamt. Die zielgruppenspezifische Prävention, die Beratung und Betreuung von Betroffenen, aber auch die Prävention für Jugendliche im schulischen und außerschulischen Bereich wurde der Aids-Hilfe Münster e.V. übertragen. Unterstützt wird sie dabei durch sexualpädagogische Angebote des DRK-Landesverbandes Westfalen-Lippe. "So können bedarfsgerechte Angebote entwickelt, Synergieeffekte erzielt und Doppelstrukturen vermieden werden", sagte Markus Giesbers vom Vorstand der Aids-Hilfe.

In diesem Jahr gibt es in Münster wieder zahlreiche Aktionen und Veranstaltungen rund um den Welt-Aids-Tag. "Ein besonderer Höhepunkt ist die internationale Benefiz-Tanzgala zu Gunsten der Aids-Hilfe am 1. Dezember im Theater", berichtet Präventionsfachkraft Ralf Bolhaar von der Aids-Hilfe. "Unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsidentin Kraft und Oberbürgermeister Lewe präsentieren Solisten bedeutender europäischer Kompanien gemeinsam mit der neu formierten Tanzkompanie des Theaters Münster ein hochkarätiges und abwechslungsreiches Programm."

Am 1. Dezember gibt es außerdem wieder zwei Infostände in der Stadtbücherei und am Hauptbahnhof sowie eine Sterntaler-Sammelaktion in der Innenstadt. Am Mittwoch, 5. Dezember, ist Tag der offenen Tür in der Aids-Hilfe. Ab 11 Uhr lädt sie an diesem Tag auch zu einem vorweihnachtlichen Frühstück ein. Alle sind eingeladen, allein oder mit Freunden vorbeizukommen. Für Menschen mit HIV steht am Donnerstag, 6. Dezember, ein Informationsabend im Mövenpick auf dem Programm. Thema: "Heilung - Illusion oder realistische Perspektive?". Referent ist Dr. Peter Hartmann (Münster). Eine Voranmeldung bei der Aids-Hilfe ist erforderlich.

(Redaktion)


 


 

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