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  • 27.03.2013, 09:07 Uhr
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  • Münster & Münsterland
Gesundheitsmanagement

Gesunde Mitarbeiter – gesundes Unternehmen

Auf Einladung der Agentur für Arbeit Coesfeld referierte unter anderem Friedhelm Perrevoort, der Geschäftsführer der SGB Akademie GmbH, über betriebliches Gesundheitsmanagement.

Eines stellte Friedhelm Perrevoort gleich zu Beginn klar „Es geht nicht darum, mit den Mitarbeitern zu kuscheln“, erklärte er vor den versammelten Unternehmern und Personalchefs.

Der steigende Altersdurchschnitt in den Belegschaften stellt die heimischen Unternehmen vor große Herausforderungen. „Die Frage, wie die Arbeitsfähigkeit der Mitarbeiter, die künftig bis 67 oder noch länger arbeiten erhalten werden kann, wird eine der zentralen Fragen für Personalverantwortliche werden“, stellte Johann Meiners, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Coesfeld, in seiner Begrüßung heraus. Denn gut ausgebildete Fachkräfte werden in den kommenden Jahren zunehmend schwerer zu finden sein.

Unzufriedenheit mit der Arbeit mache manchmal krank . Noch größer seien jedoch die Produktivitätsverluste durch unmotivierte Mitarbeiter. „Ein gut durchdachtes Gesundheitsmanagement ist daher kein Luxus, sondern erhält und steigert die Produktivität“, erklärte Friedhelm Perrevoort. Studien zeigten, dass ein in die Gesundheit der Mitarbeiter investierte Euro sich mit fünf bis zehn Euro „verzinse“.

Gesundheitsmanagement ganzheitlich sehen

Gesundheitsmanagement sei viel mehr als ein gelegentlicher Rückengymnastikkurs oder eine Ernährungsberatung für Mitarbeiter. Es gehe vielmehr darum Arbeitsbedingungen zu verbessern, Belastungen abzubauen und gesundheitsförderliches Verhalten zu fördern.

Wie das in der Praxis aussehen kann, erläuterte Klaus Horstmann, Geschäftsführer der Horstmann Maschinenbau GmbH in Heek. In dem Unternehmen wird seit etwa einem Jahr ein betriebliches Gesundheitsmanagement praktiziert. Nach einer eingehenden Analyse der Situation im Betrieb habe man zunächst die Führungskräfte geschult. Denn sie bestimmen durch ihr Verhalten maßgeblich das Betriebsklima und damit das Wohlbefinden der Mitarbeiter.

Ein weitere Maßnahme von mehreren: Für die Mitarbeiter – und deren Familienangehörige - stehen externe Berater zur Verfügung, die bei privaten oder betrieblichen Problemen Hilfestellungen geben. „Wer in der Familie Probleme hat, wird bei der Arbeit nicht voll bei der Sache sein“, erläuterte Horstmann den Hintergrund für diesen ungewöhnlichen Service. Die Vertraulichkeit bleibe dabei stets gewahrt, die Geschäftsführung erfahre nichts darüber, wer wann den Beratungsservice in Anspruch genommen hat. Die Anonymität sei die Grundvoraussetzung, dass das Angebot auch genutzt werde, so Horstmann.

Ingo Trawinski von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Borken (WFG) stellte die Fördermöglichkeiten für Betriebe beim Gesundheitsmanagement vor. So gebe das Landesarbeitsministerium für Potenzialberatungen unter bestimmten Bedingungen einen Zuschuss von bis zu 50 Prozent der Beratungskosten. Auch der Bund habe ein ähnliches Programm aufgelegt. Informationen über beide Fördermöglichkeiten sind bei der WFG erhältlich.

(Redaktion)


 


 

Friedhelm Perrevoort
Johann Meiners
Klaus Horstmann
Ingo Trawinski
Horstmann Maschinenbau GmbH
Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Borken (WFG)

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