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  • 11.10.2013, 11:21 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Gesundheitswirtschaft Münsterland

An flächendeckender Versorgung arbeiten

Der Ahauser Gesundheitspolitiker Jens Spahn sieht deutlichen Nachholbedarf bei der flächendeckenden Versorgung der Region. „Münster ist bestens versorgt, vielleicht sogar überversorgt. Wenn Sie ins Münsterland gehen, werden die Angebote schon weniger“.

So mahnte der gesundheitspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion bei der Eröffnung des 5. Forums Gesundheitswirtschaft Münsterland, das innovative und präventive Projekte in den Mittelpunkt stellte. Kongressleiter Prof. Dr. Norbert Roeder, Chef des Uniklinikums Münster, legte diesbezüglich Wert auf regionale Entwicklungs- und Leitprojekte in übergreifenden Kooperation.

Spahn, von manchen als Kandidat für den nächsten Bundesgesundheitsminister gehandelt, schärfte bei der Frage nach Versorgung den Blick für die Region. Da könne in Berlin noch so viel passieren, gute Gesundheitspolitik richte sich immer nach der Region. „Es hängt so viel von diesem Miteinander zwischen den Akteuren und gemeinsamen Projekten ab“, erklärte Spahn. Vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung müsse die flächendeckende Versorgung auf den Prüfstand kommen. „Muss man diese so aufrechterhalten, wenn die ländliche Bevölkerung schrumpft?“. Flexiblere Lösungen und neue Ideen seien auch bei der Ausbildung in Erwägung zu ziehen, um eine qualitativ hochwertige Versorgungssituation zu gewährleisten: „Erfolgt die Auswahl der Studenten nach den richtigen Kriterien?“ Nicht nur die Abiturnote sollte als Grundlage dienen, sondern auch die Motivation zur Arbeit am Menschen beziehungsweise im Gesundheitswesen.“

 Patientensicherheit als eines der zentralen Handlungsfelder

Roeder bezeichnete Patientensicherheit als eines der zentralen Handlungsfelder im regionalen Gesundheitswesen. An übergreifenden Kooperationen der Krankenhäuser mit niedergelassenen Ärzten oder auch zwischen Ärzten und der Industrie müsse gearbeitet werden. Bei Patientensicherheit geht es zum Beispiel um die richtige Anwendung von Medikamenten, die Dosierung von Infusionen oder auch um die bessere Etikettierung von Arzneimitteln zur Vermeidung von Verwechslungen. „Wir brauchen übergreifende Kooperationen. Ein Haus wird nicht alleine erfolgreich sein, wenn Patienten beispielsweise hin und her verlegt werden“, so Roeder.

Das vom Cluster Gesundheitsregion Münsterland organisierte Forum zeigte Potenziale zur Optimierung des Gesundheitswesens auf. „Im Sinne der qualitativ hochwertigen Patientenversorgung ist es das Anliegen vieler Mediziner und Gesundheitsexperten, Versorgungslösungen, Prozesse und Verfahren kontinuierlich fortzuentwickeln“, erklärt Carmen Schulte vom Netzwerk Gesundheitswirtschaft Münsterland. Innovationen bildeten eine bedeutende Grundlage für die Zukunftsfähigkeit des Gesundheitswesens und den medizinischen Fortschritt. Sie seien aber nur dann von Wert, wenn sie bestehende Leistungen wesentlich verbessern und unter dem Strich rentabel sind.

Unter anderem beleuchtete Universitätsprofessor Dr. Heinz Wiendl aus Münster das Zusammenspiel der Forschung und Krankenversorgung. Aus der Praxis berichtete Peter Mussinghoff von der Augenabteilung am St. Franziskus-Hospital über die Bedeutung von IT-basierten, kooperativen Behandlungsprozessen. In einem modernen Gesundheitswesen nimmt der Aspekt der Innovation auch im Bereich der Krankheitsvorbeugung einen immer höheren Stellenwert ein. Dr. Oliver Heidinger vom Epidemiologischen Krebsregister NRW bewertete beispielsweise sowohl Screening als auch Register als Grundlage der Prävention. Über Anforderungen an erfolgreiche Krebsfrüherkennung am Beispiel des Mammographie-Screening-Programms referierte der münsterische Universitätsprofessor Dr. Walter Heindel. Universitätsprofessor Prof. Dr. Heymut Omran stellt das klinische Register für Schädelhirntraumata vor.

Die abschließende Podiumsdiskussion widmet sich der Fragestellung „Gesundheit als höchstes Gut?“ Moderatorin Anja Sophia Middendorf vom Landeszentrum Gesundheit NRW begrüßte unter anderem „Marketingpapst“ Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Heribert Meffert vom AMD-Netz NRW e.V.

(Netzwerk Gesundheitswirtschaft)


 


 

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