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  • 14.08.2013, 13:23 Uhr
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GN Hearing in Münster

Smartphone-App steuert Hörgerät-Lautstärke

Die gute Nachricht vorweg: GN Hearing in Münster wächst. Bernd von Polheim, Geschäftsführer der GN Hearing GmbH an der Kleimannbrücke, betont: „Wir sind auf einem guten Weg.“

Der 63-Jährige ist seit dem 1. Juni 2011 Geschäftsführer der eigenständigen Tochter von GN Resound. 53 Mitarbeiter beschäftigt GN Hearing heute am Standort.

Die turbulenten Zeiten im Haus des Hörgeräteherstellers an der Kleimannbrücke liegen gut drei Jahre zurück. Damals informierte das dänische Unternehmen seine Belegschaft in Münster, dass die Produktion für „Im-Ohr-Modelle“ nach England verlagert werden soll, und auch die Logistik bei GN Resound in Dänemark zentralisiert wird. Rund 100 Arbeitsplätze standen damals auf dem Spiel.

Heute, erklärt von Polheim, lässt GN Resound wie viele Mitbewerber in China und in England produzieren. Der GN-Standort in Münster habe nach der Verlagerung seiner Produktion das Know-how seiner qualifizierten Mitarbeiter behalten, freut sich der 63-Jährige. Viele Mitarbeiter sind heute im Customer-Care-Center eingesetzt, um Akustiker bei der Anpassung von Hörsystemen zu beraten. Rund 200 Anrufe verzeichnet der Service täglich. Außerdem sind unter anderem das Marketing, die Finanzen und das Produktmanagement vor Ort im Hearing-Gebäude, das als Mieter in der ehemaligen Produktionshalle heute eine Textilfirma beheimatet.

Innovative Entwicklungen im Hörgerätebereich

Er persönlich habe früher die Komplexität des Themas unterschätzt, sagt der Geschäftsführer. Der 63-Jährige schwärmt geradezu von den innovativen Entwicklungen im Hörgerätebereich. Dabei geht die Technik heute soweit, erklärt von Pohlheim, dass der Nutzer von Hörgeräten beispielsweise die Quelle der Lautstärke per App und über sein Smartphone individuell einstellen kann. Hörbücher und Musik lassen sich direkt auf Hörsysteme übertragen. Eine Entwicklung, die gerade bei GN Resound, zu dem auch GN Hearing gehört, vorangetrieben wird.

Bernd von Polheim, der vor seiner Zeit bei GN Hearing schon Jahrzehnte im Gesundheitsmarkt auch mit einer eigenen Firma unterwegs war, ist überzeugt, dass sich die neue Technik nur mit einem guten Vertrieb realisieren lässt. Genau dieser sei am Deutschlandstandort vorhanden. Im Vergleich zum Wettbewerb arbeite GN in erster Linie mit Vertriebsaudiologen zusammen. Die Qualität und der Service zahlten sich aus, so der Chef. Bernd von Polheim ist überzeugt, dass Hörsysteme aufgrund der neuen Techniken zunehmend mehr Akzeptanz erfahren. Er wünscht sich, dass ein Hörgerät irgendwann wie eine Brille als modisches Accessoire aufgefasst wird und mehr Menschen damit ihre Lebensqualität verbesserten. Die angedachte Erhöhung der Kassenzuzahlungen ab 1. November werde dazu beitragen, so der 63-Jährige.

Hörgeräte

Rund 5.600 Akustikgeschäfte existieren in Deutschland. Mit 20 bis 30 Prozent arbeitet GN Hearing zusammen. Deutschland gilt weltweit als der zweitgrößte Markt für Hörgeräte. Favorit sind bei 93 Prozent der Kunden die Geräte hinter dem Ohr. Sieben Prozent bevorzugen Im-Ohr-Produkte. Die Batterie limitiere heute die Größe des Gerätes.

(Redaktion)


 


 

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