Weitere Artikel
  • 09.10.2013, 16:49 Uhr
  • |
  • Münster / Münsterland
Großeinsatz auf der A2

Illegalem Abfall auf der Spur

Großer Sondereinsatz auf der Suche nach illegal transportiertem Abfall: Die Bezirksregierung Münster kontrollierte mit Unterstützung einer international besetzte Spezialtruppe am Mittwoch (9. Oktober) auf der Autobahn A2 bei Gelsenkirchen Abfalltransporte.

Insgesamt wurden 149 Lastwagen inspiziert, davon hatten 106 tatsächlich Abfall geladen. In 26 Fällen gab es Beanstandungen, in einem Fall handelte es sich um illegalen grenzüberschreitenden Abfalltransport, was eine Straftat darstellt.

Zu dem 68-köpfigen Team mit insgesamt 30 Einsatzfahrzeugen unter der Leitung der Bezirksregierung Münster gehörten Abfallexperten aller fünf Bezirksregierungen in NRW, Kontrolleure des Bundesamtes für Güterverkehr, der belgischen Umweltpolizei, der niederländischen Inspectie Leefomgeving en Transport (ILT), des österreichischen Lebensministeriums, der Autobahnpolizei Münster und Recklinghausen, des Hauptzollamtes Münster sowie der niederländischen Polizei KLPD und der Seehafenpolizei Rotterdam.

Seit den Morgenstunden leiteten die Kontrolleure die Transportfahrzeuge auf die umliegenden Rast- und Parkplätze, wo Ladung und Papiere einer gründlichen Inspektion unterzogen wurden. Am frühen Nachmittag nahm die Zahl der Abfalltransporte auf der A2 plötzlich deutlich ab. Der Großeinsatz hatte sich offensichtlich herumgesprochen. Kein Wunder, dass mancher Transporteur es da vorzog, die A2 lieber großräumig zu umfahren.

Regierungspräsident erstmals bei den Kontrollen anwesend

Regierungspräsident Prof. Dr. Reinhard Klenke aus Münster, der zum ersten Mal bei einer Kontrolle dabei war, zeigte sich sehr zufrieden über den Ablauf des Einsatzes: "Es ist wichtig, dass die Bevölkerung und die Umwelt vor Gefahren, die von illegalen Abfalltransporten ausgehen können, auch grenzüberschreitend wirksam geschützt wird. Deshalb freut es mich zu sehen, wie gut und effektiv die Experten aus den verschiedenen Organisationen, Bezirksregierungen, Österreich, Belgien und den Niederlanden zusammenarbeiten. Die Herausforderungen kann man immer besser beim Einsatz vor Ort beurteilen statt nur vom Schreibtisch aus".

Ziel des gemeinsamen Einsatzes war auch eine Harmonisierung im Transportüberwachungsvollzugs um den Weg zwischen Erzeuger und Entsorger besser nachvollziehen zu können.

25% der Abfalltransporte ohne korrekte Papiere

Bei einem Viertel der 106 kontrollierten Abfalltransporte waren die Papiere unvollständig oder nicht korrekt ausgefüllt. Nur ein LKW war vollkommen illegal unterwegs. Dieser Fall, ein grenzüberschreitender Transport mit alten PCB-haltigen Erdkabeln, der keine entsprechende Genehmigung hatte, wurde der Staatsanwaltschaft übergeben. Der Lastwagen mit dem Gefahrstoff wurde zu einem zertifizierten Abfalllager in Gelsenkirchen eskortiert, wo er abladen musste.

Dass die Quote der schweren Verstöße mit Verdacht auf eine Straftat im Vergleich zu früheren Jahren gering war, führt Einsatzleiter Gernot Hülser von der Bezirksregierung Münster auf die regelmäßigen Abfalltransportkontrollen zurück. Mitarbeiter der Bezirksregierung Münster arbeiten in wöchentlicher Kooperation mit Kontrolleinheiten des Bundesamtes für Güterverkehr und dem Zoll zusammen. Überprüft wird auf allen Autobahnen und größeren Bundesstraßen im Regierungsbezirk. Dazu kommen gemeinsame Kontrollen mit den niederländischen und anderen internationalen Kollegen an den Grenzübergängen und Autobahn-Knotenpunkten.

Die Mitarbeiter der Bezirksregierung Münster organisieren pro Jahr an rund 80 Tagen Abfalltransportkontrollen auf den Straßen. Dabei werden jährlich etwa 1000 Fahrzeuge kontrolliert. Durch die gute Zusammenarbeit mit den beteiligten Behörden erreicht die Bezirksregierung Münster deutschlandweit die höchsten Kontrollzahlen und festgestellten Beanstandungen. Die regelmäßigen Kontrollen haben bereits zu einer merklichen Schulung der Transporteure, Erzeuger und Entsorger geführt.

Auch in Zukunft wird die Bezirksregierung Münster die gesetzlich vorgeschriebene Kontrolltätigkeit intensiv fortsetzen und international noch mehr ausweiten. Bereits am 10. und 11. Oktober werden zwei Mitarbeiter in Utrecht (NL) an einem Workshop zur Harmonisierung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit teilnehmen. Auch im kommenden Jahr werden die Abfallexperten an mehreren Internationalen Transport- und Betriebskontrollen im Ausland im Rahmen des IMPEL-Programmes teilnehmen.


 


 

Abfalltransport
Bezirksregierung Münster
Kontrolle
Abfälle
LKW-Transporte
Straftat
Abfallexperten
Import
Einsatz
Erzeuger
NRW

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Abfalltransport" - jetzt Suche starten:

Entdecken Sie business-on.de: