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  • 28.05.2013, 09:35 Uhr
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  • Münster
Hafen-Umbau

Keine Altlasten im Rhenus-Speicher

Noch bis Mittwoch knabbert der 63 Tonnen schwere Bagger am großen Loch in der Fassade des Rhenus-Speichers, wo später Treppenhaus und Fahrstühle ihren Platz finden sollen. Danach geht es bis voraussichtlich Ende kommender Woche im Inneren weiter.

3.000 bis 5.000 Liter Wasser rieseln pro Stunde auf den gewaltigen Greifarm des Baggers hinab, der im Rhenus-Speicher im Stadthafen Platz für Fahrstühle und das künftige Treppenhaus schafft. Die Feuchtigkeit verhindert indes nicht, dass rund um die Abrissstelle dennoch feinste Betonteilchen vom Himmel rieseln – und die Kleidung binnen Minuten mit einer dünnen, weißen Schicht bedecken. Markus Kickert von der Baufirma Hagedorn liegt mit seiner Einschätzung also gar nicht so schlecht: „Der Bagger“, sagt der Experte, „pulverisiert den Rhenus-Speicher.“

Zumindest einen Teil des Mitte vergangenen Jahrhunderts errichteten Getreidespeichers. Bis zum Mittwoch knabbert der Bagger das Gebäude von außen an, dann rollt er ins Innere, um auch dort all das, was für die künftige Nutzung als Archiv- und Bürogebäude überflüssig ist, zu entfernen.

Ende kommender Woche sind die Abrissarbeiten voraussichtlich abgeschlossen, danach wird der Speicher bis zum Herbst so bleiben, wie er dann ist, sagt Kickert. „Es kann ruhig reinregnen“, ergänzt Bernhard Recker von den Stadtwerken. „Es kann ja eh nichts kaputtgehen.“

Ein Loch über sieben Etagen

Die Ausmaße des Baggers, der in diesen Tagen über sieben Etagen ein zehn mal 15 Meter großes Loch in den Speicher frisst, sind beeindruckend: 63 Tonnen schwer, 260 Kilowatt Motorleistung, maximale horizontale Reichweite knapp 14 Meter. Es ist ein regelrechtes Ungetüm, das sich zurzeit am Speicher zu schaffen macht.

Zehn Millionen Euro investieren die Stadtwerke Münster in den ehemaligen Umbau des Rhenus- und des benachbarten, noch aus dem 19. Jahrhundert stammenden Flechtheim-Speichers. 1.500 Quadratmeter wird das Wolfgang-Borchert-Theater nutzen, 2.500 Quadratmeter entfallen auf Archiv-Flächen, 3.500 Quadratmeter auf Büros.

Abbruchmaterial verfüllt großes Loch im Keller

Bei den aktuellen Arbeiten ist mit Altlasten nicht zu rechnen, betont Jörg Stockowski von der Baufirma Hagedorn. Der Bagger entfernt acht von insgesamt 40 Getreidesilos aus dem Rhenus-Speicher, weitere werden bis Ende kommender Woche im Innenraum abgerissen. Nur ein Bruchteil des Abbruchmaterials muss abgefahren werden, sagt Stadtwerke-Mitarbeiter Recker. Die Masse des Stahlbetons werde dafür verwendet, ein großes Loch im Keller sowie jene Getreidesilos, die dauerhaft im Gebäude bleiben, zu verfüllen.

(Martin Kalitschke)


 


 

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