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  • 30.11.2015, 10:25 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Handwerk sieht Flüchtlinge als Chance

Handwerkskammer und Kreishandwerkerschaften wirken an Integration mit

Das Handwerk im Münsterland und in der Emscher-Lippe-Region baut Flüchtlingen Brücken in Ausbildung und Arbeit. Dieses Signal geht von einem Positionspapier aus, das die Handwerkskammer Münster und die Kreishandwerkerschaften im Kammerbezirk unterzeichnet haben.

Die Handwerksorganisationen der Region unterstreichen darin ihre Mitwirkung bei der Integration von Flüchtlingen. Sie wollen sich in diese Herausforderung mit einem vielfältigen Leistungsspektrum – von Information und Beratung bis hin zu Lehrstellenvermittlung und Bildung – einbringen. Das Handwerk sieht aber auch Handlungsbedarf und fordert: „Um die Aufgabe bewältigen zu können, ist die Vernetzung der lokalen und regionalen Akteure notwendig.“ Alle Aktivitäten müssten ineinandergreifen.

Der Schlüssel zur Bewältigung der entstehenden Kosten liege in einer vernünftigen Lastenverteilung zwischen Bund, Land und Kommunen, heißt es in dem Papier. Es müsse zudem darauf geachtet werden, dass getroffene Maßnahmen nicht zu Lasten anderer Gruppen gingen, unabhängig von der nationalen Herkunft. Auch Menschen mit Migrationshintergrund, die seit Jahren hier lebten, seien oft auf Förderung angewiesen, sagen Kammer und Kreishandwerkerschaften. Sie betonen: „Es ist wichtig, dass die Menschen möglichst schnell in den Arbeitsmarkt eintreten. Flüchtlinge mit hoher Bleibewahrscheinlichkeit sollen schon während des Asylverfahrens alle Chancen einer Ausbildung oder Berufstätigkeit nutzen dürfen.“

Handwerksorganisationen fordern ein verlässliches und abgestimmtes Vorgehen

Eine langfristige Bleiberechtsperspektive sei die Grundvoraussetzung für eine gelingende Integration. Die Handwerksorganisationen fordern ein verlässliches und abgestimmtes Vorgehen: Ausländerbehörden und Arbeitsagenturen müssten die von der Bundes- und Landesregierung geschaffenen Gestaltungsspielräume einheitlich nutzen.

„Integration ist kein Selbstläufer“, so die Unterzeichner. Arbeitgeber und Arbeitnehmer benötigten umfassende Unterstützung und Begleitung, genauso wie Auszubildende und Ausbildungsbetriebe. Die Eingliederung ins Berufsleben beginne mit dem Erlernen der deutschen Sprache. Sie sei die Voraussetzung für beruflichen Erfolg. Allen Flüchtlingen, bei denen eine längere Aufenthaltsdauer in Deutschland absehbar sei, müsse ein frühzeitiger Zugang zu Sprachkursen gewährleistet werden, und zwar unabhängig vom Aufenthaltstitel.

(HWK Münster)


 


 

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