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  • 20.11.2013, 14:50 Uhr
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  • Münster
Hauptbahnhof

Fahrräder wild durcheinander abgestellt

Nicht zuletzt durch die vielen Studienanfänger ist seit Mitte Oktober durch das chaotische Abstellen von Fahrrädern auf dem Bahnhofsvorplatz teilweise kein Durchkommen mehr.

Dienstagnachmittag am Hauptbahnhof, Eingangsportal: Die Rollstuhlfahrerin verlässt die Halle und sieht vor sich nichts als Fahrräder. Auf dem Fußweg neben der Taxenspur ist gerade so viel Platz, dass sie ihr Gefährt hindurchmanövrieren kann, ohne, dass ein Rad um- und vielleicht auf sie stürzt. Als sie sich schließlich vom Rollstuhl in ein Taxi hievt, muss der Fahrer zuerst wieder ein paar Räder zur Seite stellen.

Ausweg Bahnhofs-Umbau?

Der Bahnhofsvorplatz, zu jeder Zeit ein riesenhafter chaotischer Fahrradabstellplatz, hat seit Mitte Oktober noch weniger Lücken. „Die vielen Studienanfänger potenzieren das Problem“, seufzt Hans Peter Konnes, stellvertretender Bahnhofsmanager. Vielen Neulingen in Münster fehle noch die Sensibilität, dass man seine Leeze nicht direkt vor der Bahnhofstür abstellen kann. Obwohl der Kampf gegen die wild geparkten Drahtesel einer gegen Windmühlen ist, versucht Konnes gerade wieder, Verbesserungen zu erreichen. Am wichtigsten: „Die Fluchtwege müssen frei bleiben.“

Die sind formal-rechtlich seit mehr als 40 Jahren unverändert und betreffen ausschließlich den Bereich direkt frontal vor dem Haupteingang. Wenn im nächsten oder übernächsten Jahr das Empfangsgebäude des Bahnhofs umgebaut wird, sieht Martin Schulze-Werner, Leiter des Ordnungsamtes, Licht am Horizont: „Beim Umbau kann ein neues Brandschutzkonzept festgelegt werden.“ Dann sehen die Behörden rechtliche Handhabe, Schneisen in den Leezen-Dschungel zu schlagen.

Ordnungsamt machtlos

Für den Augenblick sieht sich die städtische Ordnungsbehörde machtlos. Weil es nach einem Gerichtsurteil nicht erlaubt ist, ein im Wege stehendes Rad einfach wegzuräumen, behilft sich das Ordnungsamt mit Tricks. Da sind zum einen die gelb markierten Flächen, die Radfahrern Grenzen von Parkflächen suggerieren, aber keine rechtliche haltbare Verbindlichkeit haben. Und da ist die Straßenreinigungspflicht der Stadt, die es erlaubt, von Zeit zu Zeit Teilflächen des Bahnhofsvorplatzes freizuräumen, damit – wie gerade wieder geschehen – sauber gemacht werden kann.

Die zwei hauptamtlichen Mitarbeiter, die das städtische Ordnungsamt beschäftigt, damit sie sich um störend geparkte Räder in der ganzen Stadt kümmern, können gegen die Leezen-Legionen vor dem Bahnhof nichts ausrichten.

CDU-Ratsherr Richard Michael Halberstadt von der Interessengemeinschaft Bahnhofsviertel wünscht sich, dass städtische Servicekräfte präsent sind, um Radler zu ermahnen und Fahrräder aus dem Weg zu stellen. „Vor den Arkaden klappt es doch auch“.

(WN)


 


 

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