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  • 28.03.2013, 11:49 Uhr
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  • Gronau
Hertie-Gebäude in Gronau

Immobilie verfällt immer mehr

Im Herzen von Gronau verfällt das Gebäude, an dem noch immer in roten Lettern der Name "Hertie" prangt, immer mehr. Haben sich die Gronauer mit dem Anblick abgefunden oder empfinden sie diesen Zustand als "Schandfleck", der Unverständnis und Wut hervorruft?

„Je länger die Hertie-Immobilie leer steht, desto schwieriger wird es für Gronau, sie wieder zum Leben zu erwecken. Den Substanzverlust kann man deutlich sehen, ob das noch zu sanieren ist, ist mehr als fraglich“, sagte gestern Morgen auf der Schulstraße, einen Steinwurf vom ehemaligen Kaufhaus entfernt, Bernhard Grothe. Und der Gronauer wurde noch deutlicher: „Wenn die Immobilie noch lange so vor sich hinschlummert, ist meiner Meinung nach nur noch ein Abriss eine praktikable Lösung, um so für die verbleibende Fläche eine neue Gestaltungsmöglichkeit zu eröffnen.“

Unmissverständlich sagt, wenige Meter entfernt auf dem Marktplatz, auch Petra Aalken ihre Meinung. „Ich denke, was alle hier denken: Das ist ein Schandfleck für die Stadt.“ Marktfrau Margret Kempermann, ebenso in Gronau zu Hause, stimmt ihr sofort zu. Und sagt auch dieses: „Seitdem Hertie geschlossen ist, bleibt die Laufkundschaft weg. Auf dem Marktplatz ist nicht mehr viel los – mittwochs schon gar nicht.“

„Ich finde das ganz schlimm“, antwortet Helga Katriniok auf die Frage, was sie denke, wenn sie das leere Gebäude sehe. 81 Jahre ist sie alt. „Gronau schläft“, sagt sie. Zum Einkaufen fahre sie nach Ahaus oder Nordhorn.

„Ein Schandfleck für Gronau“

Mechthild Kötter-Orthaus spricht von einer „Katastrophe“; Hannelore Schrief, die seit 50 Jahren in Gronau zu Hause ist, empfindet die Situation als „furchtbar“. Vor allem am Wochenende würden leere Flaschen am Seiteneingang liegen, Scherben und Exkremente. „Die urinieren da.“ Die Hertie-Immobilie sei „ein Schandfleck für Gronau“, sagt auch sie.

„Es war ganz schön mit Karstadt“, erinnert sich Gerd Kröger, der auf der Schulstraße mit Bernhard Grothe klönt. Der eisige Wind macht den beiden Männern nicht viel aus. Kröger kann sich wie Grothe vorstellen, dass bald nur noch ein Abriss möglich sein wird. „Schade ist das“, sagt er.

Dorothea Reus, die mit ihrem Mann auf dem Markt einkauft, findet die Situation beziehungsweise das leer stehende Gebäude schlicht „gruselig“.

34 Jahre ist die Frau alt, die in Gronau geboren wurde und seit einem Jahr wieder hier lebt. Ihren Namen möchte sie nicht in der Zeitung lesen. Zwei Kinder, drei Jahre und sechs Monate alt, hat sie – und sie hat eine klare Meinung: „Die ganze Innestadt müsste attraktiver, freundlicher, schöner werden. Teilweise ist es sehr dreckig.“ Die junge Mutter wünscht sich „mehr Möglichkeiten für Kinder“ – zum Beispiel „eine Spielecke in einem Café“.

(Bettina Laerbusch)


 


 

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