Weitere Artikel
  • 19.02.2015, 08:59 Uhr
  • |
  • Münster / Hiltrup
Hiltrup auf der Überholspur

Schnelles Internet kommt im Rest von Münster wohl nicht vor 2017

Eisnebel hängt über Hiltrup-Ost und schluckt alle Geräusche. Es ist ruhig an der Rubensstraße. „Dabei stehen wir hier auf der Überholspur“, sagt Oberbürgermeister Markus Lewe und zeigt auf einen der neuen großen, grauen Multifunktionskästen. Davon hat die Telekom in den vergangenen zwölf Monaten 55 Stück aufgestellt. Und hat, um sie zu verbinden, zusätzlich 18 Kilometer Glasfaser verlegt. Jetzt können 15.000 Haushalte im Stadtbezirk Hiltrup eine neue Vectoring-Technik nutzen.

Karl-Heinz Krempe und Peter Ströberl von der Telekom, Oberbürgermeister Markus Lewe und Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt gaben am Mittwoch den Startschuss für Datengeschwindigkeiten von bis zu 100 Megabit pro Sekunde.

Ganz geräuschlos ging der Ausbau in Hiltrup nicht vonstatten. Die großen Kästen sorgten für Ungemach bei Geschäftsleuten auf der Marktallee – sie versperren teilweise den Blick in die Schaufenster. Und in Hiltrup-Ost schienen die Tiefbauarbeiten kein Ende zu nehmen – aktuell wird wieder gebuddelt, um die Straßenpflasterung in Ordnung zu bringen.

„Ganz ohne Tiefbau geht es nicht“, stellt Karl-Heinz Krempe klar, er ist in im Norden Deutschlands bei der Telekom für den Breitband-Ausbau zuständig. „Zu den Kästen gibt es keine Alternative“, sagt er außerdem. „Je näher man dran wohnt, desto mehr Geschwindigkeit ist drin“, tröstet er.

Oberbürgermeister Markus Lewe würde sich wünschen, dass demnächst alle Stadtbezirke ein schnelleres Internet bekommen. „Die Digitalisierung wurde erst überschätzt, jetzt wird sie unterschätzt. Schnelles Internet ist ein Beitrag zur Prosperität unserer Stadt.“ Als Privatmann würde er sich oft über seine eigene „grottige Leitung“ ärgern. Doch in Angelmodde, wo der Privatmann Markus Lewe wohnt, und auch anderswo in Münster wird es so schnell keine Vectoring-Technik geben.

„Ankündigen dürfen wir den Ausbau nur noch, wenn wir dann auch innerhalb von zwölf Monaten bauen“, sagt Karl-Heinz Krempe von der Telekom und sagt deswegen nichts zum Ausbau-Fahrplan. Was im Rückschluss bedeutet: Vor 2017 kann Münster wohl nicht mit schnellem Internet rechnen. Die Datenautobahn bleibt vorerst ein Qualitätsmerkmal von Hiltrup und Amelsbüren.

(Markus Lütkemeyer, WN)


 


 

Hiltrup
Telekom
Münster
Datengeschwindigkeiten
Anbindung

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Hiltrup" - jetzt Suche starten:

Entdecken Sie business-on.de: