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  • 21.03.2013, 10:59 Uhr
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  • Münster-Hiltrup
Hiltruper Schilderanlagen

Information oder Werbung?

Ein sichtbares Zeichen für die Lebendigkeit des Ortes sollten sie sein. Leider werden aus hauptsächlich zwei Gründen die Infotafeln an den Hiltruper Ortseingängen bisher nur wenig genutzt, wie die Stadtteiloffensive feststellt.

Sie sollen davon künden, was in Hiltrup los ist und dabei selbst demjenigen einen Eindruck von der Lebendigkeit des Ortes vermitteln, der nur auf der Durchfahrt ist.

So war es gedacht, als die Schilder im vergangenen Sommer für mehr als 15.000 Euro an den Hiltruper Ortseingängen aufgestellt wurden. In der Praxis sieht es anders aus. Die Belegung lässt zu wünschen übrig, wie neulich bei der Mitgliederversammlung der Stadtteiloffensive deutlich wurde, die die Eigentümerin dieser Schilderwände ist.

Zwei Gründe gibt es dafür. Großveranstaltungen in der Stadthalle Hiltrup werden bislang nicht beworben. Wenn Storno, der „ultimative Jahresrückblick“, die Halle fünf- oder sechsmal füllt, ist davon nichts zu sehen auf den weißen Infotafeln. Gleiches gilt beispielsweise für den Pianisten Joja Wendt, der ein umjubeltes Gastspiel gab.

Werbetafeln nur über die Wall AG

Warum? Weil diese Veranstaltungen als kommerziell gelten. Damit fallen sie in Münster unter eine besondere Regelung. Im öffentlichen Raum darf nur über die Wall AG geworben werden. Sie hat sich ein Monopol darauf gesichert. Im Gegenzug haben die Münsteraner die neuen schmucken Bushaltehäuschen erhalten. Es ist ein Geschäft auf Gegenseitigkeit. Die Wall AG sorgt für eine ordentliche Möblierung des Stadtbildes, im Gegenzug ist es niemandem sonst erlaubt, entlang der Straße oder auf öffentlichen Plätzen Werbetafeln aufzustellen. Ob das auch für die Hiltruper Infotafeln gilt, wollen die Stadtteiloffensive, der Wirtschaftsverbund sowie Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt ermitteln. Sie haben die Wall AG um einen Gesprächstermin gebeten.

Vereine sehr zurückhaltend

Der zweite Grund für die geringe Belegung: Die Bereitschaft der Vereine lässt zu wünschen übrig. Der Stadtteiloffensive sind zuletzt die Meldungen ausgegangen. Karl Frankes eindringlicher Appell lautet: „Nutzen Sie die Schilderanlagen!“

Ob die vornehme Zurückhaltung etwa an den Kosten liegt? 140 Euro sind einmalig fällig für die Anfertigung eines Schildes. Das Ändern etwa eines Datums im Folgejahr ist hingegen für 20 Euro zu haben. Zwölf Vereine nutzten 2012 diese Werbemöglichkeit, in diesem Jahr sind es sieben. Ob die Schilder ein bisschen größer sein müssten und auch Farbakzente gut vertragen könnten, darüber wollten die Mitglieder der Stadtteiloffensive nicht diskutieren. Dabei regen Kritiker etwa aus den Reihen des Wirtschaftsverbundes oder auch der Vereine genau das an.

(Michael Grottendieck)


 


 

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