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  • 22.07.2013, 10:03 Uhr
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  • Münster & Münsterland
Hiltruper Stadthalle

Wiederentdeckter Veranstaltungsort

Totgesagte leben länger - das scheint auch für die Stadthalle Hiltrup zu gelten. Hochkarätige Veranstaltungen wie die der NRW-CDU oder der FDP zeigen, dass hier nicht nur "Special Interest" wie Travestie und Tattoos ihren Platz haben. Ein Comeback für die Stadthalle?

Man kann nur hoffen, dass Bundesministerin Ilse Aigner und Dr. Johannes Hahn, Mitglied der Europäischen Kommission, keinen Blick auf den Aushang vor der Stadthalle Hiltrup geworfen haben. Wenn ja, dann dürften sie sich für einen Moment gewundert haben, wo sie denn hier gelandet sind. Die beiden einzigen Veranstaltungen, die in dem Schaukasten beworben werden, sind eher aus der Kategorie „Special Interests“. Dass aber in der Stadthalle außer Tattoos und Travestie noch was geht, zeigen hochkarätige Konferenzen wie in der vergangenen Woche. Manche sprechen bereits vom Comeback einer totgesagten Halle.

Die nordrhein-westfälische CDU legte mit ihrer Regionalkonferenz den Fokus aus den ländlichen Raum. Die zehn Prozent Wählerstimmen, die die Grünen zuletzt flächendeckend etwa in Niedersachsen gewonnen haben, alarmieren die CDU. Zumal sie den ländlichen Raum als ihr Stammland ansieht, weil sie von sich beansprucht, zu wissen, „wie die Leute hier ticken“. So sagt es der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Karl-Josef Laumanns.

Dem Landesvorsitzenden Armin Laschet war es gelungen, reichlich Prominenz für seine Regionalkonferenz zu gewinnen. Neben der Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Ilse Aigner, war ein leibhaftiger EU-Kommissar zugegen: Dr. Johannes Hahn aus Österreich, zuständig für die Regionen.

Mit von der Partie waren zudem der hiesige Europa-Abgeordnete Dr. Markus Pieper, der (Noch-)Bundestagsabgeordnete Ruprecht Polenz, Regierungspräsident Prof. Dr. Reinhard Klenke sowie dessen Vorgänger Dr. Peter Paziorek.

Von der nordrhein-westfälischen CDU wird die Stadthalle gerne gebucht. Erinnert sei an das erste Duell zwischen Norbert Röttgen und Armin Laschet, die beide Spitzenkandidat für die Landtagswahlen 2011 werden wollten. Damals trafen sie erstmals aufeinander. Die bundesdeutsche Öffentlichkeit schaute auf diese Auseinandersetzung – auch weil es völlig neu war, dass bei der CDU das Parteivolk direkt mitbestimmen durfte bei der Aufstellung des Spitzenpersonals.

Im September 2010 mochte Röttgen noch einen leichten Punktsieg verbuchen, das Desaster folgte bei den Landtagswahlen, und mittlerweile ist Röttgen in der Versenkung verschwunden. Inzwischen führt Laschet mit Umsicht die nordrhein-westfälische CDU und versucht, sie wieder fit zu machen für künftige Aufgaben.

Auch die FDP entdeckt zunehmend die Hiltruper Stadthalle als Veranstaltungsort. Mitte Juni ging Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr hier hin. Er hatte den Kabarettisten Dr. Eckhart von Hirschhausen zum Liberalen Forum eingeladen. „Humor hilft heilen“, so lautete die zentrale Botschaft. Am 9. September wird der ehemalige Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher zum Liberalen Forum erwartet. Weil erwartungsgemäß der Andrang groß sein wird, kommt als Veranstaltungsort wiederum die Stadthalle infrage.

(Michael Grottendieck)


 


 

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