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  • 10.07.2013, 11:58 Uhr
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  • Münster
Hochschule der Polizei

Amtszeit des Präsidenten abgelaufen - neuer Chef gesucht

Die Deutsche Hochschule der Polizei in Hiltrup hat momentan keinen Chef. Gründungspräsident Klaus Neidhardt steht der einzigen Hochschule der Polizei in Deutschland nicht mehr vor.

Auf der Internetseite der Hochschule stehen seit Beginn des Monats statt Neidhardts Namen die Buchstaben N.N..

„Seine Amtszeit ist abgelaufen“, heißt es im Präsidiumsbüro der in Hiltrup beheimateten Hochschule, wo 120 künftige Führungskräfte der Polizei ein Masterstudium absolvieren.

Die Hochschule bestätigt, dass momentan ein Nachfolger gesucht werde. Die Stelle war bis vor Kurzem öffentlich ausgeschrieben. Der 61 Jahre alte, studierte Soziologe Klaus Neidhardt, der zwei Amtszeiten als Präsident die Hochschule geleitet hat, hätte noch eine weitere Periode an der Spitze stehen können. Nun ist er ausgeschieden.

Seine Verabschiedung will die Hochschule gleichzeitig mit der Einführung eines Nachfolgers begehen, heißt es im Präsidialbüro weiter, wo nun Neidhardts bisheriger Stellvertreter Gerd Thielmann die Geschäfte führt.

Im Gespräch für den Posten in Hiltrup ist dem Vernehmen nach der Rechtswissenschaftler Prof. Dr. Winfried Kluth von der Martin-Luther-Universität in Halle. Wann ein Nachfolger zur Verfügung stehe, sei noch unklar, sagt eine Mitarbeiterin im Präsidialbüro.

Neidhardt war seit 2002 in Hiltrup tätig – zuerst an der Vorläufereinrichtung, der Polizei-Führungsakademie.

2011 berichtete das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ von einer internen Prüfung des Landesrechnungshofes, der der inzwischen gegründeten Polizeihochschule vorwarf, in großem Stil Steuergelder zu verschwenden. Bei den Unterkünften für die Studierenden aus der ganzen Republik gebe es gravierende Überkapazitäten, ebenso beim Lehrpersonal, berichtete seinerzeit das Magazin. Keiner der 34 Bediensteten im Studienjahr 2008/09 habe sein Lehrpensum erfüllt. Statt dessen monierten die Rechnungsprüfer laut Spiegel, dass die Lehrtätigkeit gegen Honorar auf externe Dozenten übertragen worden sei, während sich das Hochschulpersonal intensiv Nebenjobs gewidmet habe.

Das Landesinnenministerium als Aufsichtsbehörde der Hochschule sagte damals dazu, „dass geltendes Recht nicht eingehalten“ worden sei.

(Karin Völker)


 


 

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