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  • 21.03.2013, 14:40 Uhr
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  • Münsterland / Lüdinghausen
Hoher Umweltnutzen

Erster Spatenstich für Kohlendioxid-Produktion in Lüdinghausen

Im Gewerbegebiet Wieschebrink fand der erste Spatenstich für eine neue Kohlendioxid-Produktionsanlage statt. Die Westfalen AG, Münster, investiert insgesamt vier Millionen Euro in die Anlage, die im September auf dem 1 200 Quadratmeter großen Grundstück in Betrieb gehen soll.

Als Rohstoff der Produktion dient Kohlendioxid (CO2), das bei Gärungsprozessen der Alkoholherstellung bei der benachbarten eal Euro-Alkohol GmbH anfällt. Der Umweltnutzen ist beachtlich: „Wir recyceln ein bisher nicht genutztes Abfallprodukt und sorgen für seine Wiederverwendung“, erläuterte Projektleiter Heinz Gausling von der Westfalen AG. Auch bei eal freut man sich auf diese Kooperation: „Durch die Anbindung an die neue Kohlendioxid-Anlage können wir die CO2-Emissionen unserer Alkohol-Produktion drastisch reduzieren“, betonte eal-Geschäftsführer Dr. Bernhard Strotmann. „Eine erfreuliche Entwicklung, die der Umweltstadt Lüdinghausen sehr entgegenkommt. Hier wird nicht nur vom Umweltgedanken gesprochen, sondern er wird auch in die Tat umgesetzt“, sagte Richard Borgmann, Bürgermeister der Stadt Lüdinghausen.

Eine 35 Meter lange Pipeline transportiert demnächst das Rohgas von eal in das neue Werk. In der Maschinenhalle durchläuft es dann eine Reinigungs- und Verflüssigungsanlage. Danach wird das auf minus 25 Grad abgekühlte CO2 in einen der drei Hochtanks im Freien gepumpt. Jeder Tank kann 100 Tonnen flüssiges CO2 aufnehmen. Unmittelbar vor den Behältern entsteht eine Tankwagen- Verladestation, in der autorisierte Fahrer selbständig CO2 tanken können, um es dann zu Großkunden oder den Werken und Lägern der Westfalen AG zu transportieren.

Zentrale Steuerung ohne Bedienpersonal vor Ort

Die Anlage kommt in der Regel ohne Bedienpersonal aus. Steuerung und Überwachung übernimmt die rund um die Uhr besetzte zentrale Leitwarte der Westfalen AG in Hörstel (bei Osnabrück). Darüber hinaus werden täglich in regelmäßigen Abständen Kontrollgänge von geschultem und eingewiesenem Personal durchgeführt. Bei gravierenden Störungen schaltet sich die Anlage automatisch ab.

Kohlendioxid wird in zahlreichen Branchen eingesetzt: in der Wasseraufbereitung (etwa zur Neutralisierung alkalischer Abwässer) ebenso wie in der Metallverarbeitung (zum Beispiel als Schutzgas in der Schweißtechnik). Besonders in der Lebensmittelherstellung (als sprudelnder Zusatz bei Getränken oder zum Verpacken unter Schutzatmosphären) und in der pharmazeutischen Industrie sind hohe Qualitätsstandards gefragt. Für die neue Anlage ist das kein Problem – sie erreicht Reinheiten bis 5.0 (99,999 Volumenprozent) und erfüllt damit die Anforderungen von Coca Cola und ISBT (International Society of Beverage Technologists). Eine ausgefeilte Analytik ist vor Ort in der Lage, die Qualität des hergestellten Gases jederzeit und blitzschnell zu überprüfen. Neben der Klasse ist aber auch die Masse kein Thema: Pro Stunde kann die neue Anlage 2,3 Tonnen Kohlendioxid produzieren, was einer Jahresleistung von etwa 17.000 Tonnen entspricht.

Die Anlage in Lüdinghausen ist bereits die zweite Kohlendioxid- Produktion der Westfalen AG. In Frankfurt-Höchst fand kürzlich der Spatenstich für die erste CO2-Herstellung der Münsteraner statt – dort im Rahmen eine Joint Ventures mit anderen mittelständischen Gaseherstellern. „Mit eigenen CO2-Produktionen setzen wir ein deutliches Zeichen. Bislang mussten wir Kohlendioxid von Wettbewerbern und unabhängigen Produzenten beziehen“, berichtete Wolfgang Fritsch-Albert, Vorstandsvorsitzender Westfalen AG. „Mit den Anlagen in Lüdinghausen und Frankfurt machen wir uns unabhängiger von Lieferanten und verbessern die Liefersicherheit für die Anwender.“

(Redaktion)


 


 

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